2022 08 26az1So gastfreundlich und ideenreich, wie man Wasbüttel kreisweit kennt, kommt es auch zum Tag des offenen Dorfes am kommenden Sonntag, 28. August, von 11 bis 17 Uhr daher. Anlass zum von Christiane Heuer, Anne Thorvath und Carmen Bundfuß auf Initiative von Renate Altenkirch organisierten Schau-, Aktions- und Mitmachtag gibt das 1000-jährige Bestehen des Ortes.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zeigen dabei, was ihre Dorfgemeinschaft auszeichnet „auf historischen Höfen, in bedeutsamen Gebäuden und versteckten Ecken“ – und zwar keineswegs nur den Wasbüttelerinnen und Wasbüttelern, sondern hoffentlich ganz vielen Besucherinnen und Besuchern aus der gesamten Region. Der Ortskern und damit auch die Ortsdurchfahrt ist für die Dauer des Tages des offenen Dorfes voll gesperrt. Für motorisiert anreisende Gäste sind ausreichend Parkplätze ausgewiesen – egal ob sie aus Richtung Meine, Isenbüttel oder Calberlah die kunterbunte Festmeile ansteuern. „Und Fahrradstellplätze gibt es natürlich auch. Wir hoffen eh, dass die meisten Leute mit dem Rad herkommen“, sagt Ratsfrau Charlotte Hoffmann.

Eingeläutet wird der Tag des offenen Dorfes um 11 Uhr mit einem ersten Highlight: der Enthüllung des Gedenksteines. Dabei handelt es sich um den alten 1951 nachträglich zur Erinnerung an die 900-Jahr-Feier aufgestellten Stein. „Er ist beim Bau des Mittellandkanals gefunden, erst verkauft und später zurück nach Wasbüttel geholt worden“, berichtet Renate Altenkirch. Viele Jahre ehrte dieser Stein im Gemeindegarten liegend im Krieg gefallene Soldaten. Nach dem Bau des Ehrenmals erhielt er als Gedenkstein fürs Jubiläum neue Bedeutung. „Und jetzt haben wir ihn umgedreht und mit einer neuen Inschrift fürs 1000-jährige Bestehen versehen“, erklärte Ratsherr Ernst Lütje. Der stattliche Stein ruht an der Ecke Haupstraße/Kapellenstraße, wird aber erst zum Festauftakt enthüllt.

Auf 19 Grundstücken im alten Dorfkern präsentiert sich Wasbüttel den Gästen, dazu gesellen sich mit den Höfen Gaus-Lütje und Hoffmann, der Friedenskirche und dem Friedhof sowie dem Nachttopfmuseum und der Streuobstwiese sechs weitere markante Anlaufstellen für alle, die sich fürs Miteinander im Dorf und für seine Geschichte interessieren. Zu bestaunen ist unheimlich viel – von Oldtimern, Gartendeko und Keramik über Fotografien, Papierkunst und Lederarbeiten bis hin zu Bauernhoftieren, wilden Wiesen und alten Obstbäumen.

Man kann die Alte Molkerei erkunden und ein altes Klassenzimmer, den realen Spaziergang durchs Dorf um einen in Gedanken ergänzen, Märchen lauschen und an der Kapelle meditieren. Um bei der Vielzahl an Angeboten und Aktionen den Überblick zu behalten, verteilt die Dorfgemeinschaft Flyer an die Gäste. Freuen dürfen die sich kulinarisch neben Klassikern wie Backschinken, Kartoffeln mit Quark, Eis und Kuchen auf Wasbütteler Spezialitäten wie selbst gerösteten Kaffee, selbst gebrannten Rum, Saft von der Streuobstwiese und Grillwurst vom Weiderind.

Erhältlich ist beim Tag des offenen Dorfes auf dem Hof Alpers zudem die Wasbütteler Chronik sowie diverses Merchandise zum Jubiläum wie Bio-T-Shirts, Baseballcaps und Kalender. Dort sind auch Tickets für zwei Höhepunkte des Festwochenendes vom Donnerstag bis Sonntag, 1. bis 4. September, zu haben: Hubschrauberrundflüge und Bürgerbrunch. Eingeleitet wird jenes verlängerte Wochenende übrigens am Donnerstag mit einem Senioren-Café für Wasbüttelerinnen und Wasbütteler. Zum ab 18 Uhr folgenden Klassikkonzert des Jugendsinfonie Orchesters Braunschweig sind dann allerdings – wie bei den übrigen Events auch – „alle willkommen, gern auch Auswärtige“, betont Ernst Lütje.

Am Freitag können sich die Gäste auf Liederzeitreise, Kommers und Tanz-Abend freuen, am Samstag auf Rundflüge, Kinderspaß und - sponsorenlauf, Kuchenbuffet, 1000er-Party und „Aktiv dabei“ der Feuerwehr. Zu sehen sind bei Letzterem ein historischer Löschzug der Feuerwehr Burgdorf und weitere Fahrzeuge. „Und wir führen mit mehreren Übungen vor, was die Feuerwehr alles leistet“, wies Wasbüttels Ortsbrandmeister Jens Zirbes auf ein insgesamt vierstündiges Programm der Brandschützer hin. Sonntag laden Friedenskirche, St. Marien- und St. Andreasgemeinde zu einem ökumenischen Weg-Gottesdienst ein, der in den großen Bürgerbrunch übergeht.

Aus der Allerzeitung vom 26.08.2022, Foto: Ron Niebuhr