2022 06 21az1Mit einem Benefizevent ist Wasbüttel am Samstagnachmittag ins Festjahr zum 1000-jährigen Bestehen des Dorfes gestartet. Vereine, Feuerwehr und Friedenskirche richteten zusammen einen Sponsorenlauf aus. Mit dem Ziel, einen Schulbau in Tansania fertigzustellen, trotzten die Läufer der hochsommerlichen Hitze.

„Wasbüttel läuft los! Herzlich willkommen!“, rief Organisatorin Ines Buchholz den am MTV-Clubhaus versammelten Athleten zu. Angesichts der „wahnsinnigen Hitze“ bat sie die Teilnehmer, es locker anzugehen. Entscheidend sei, dass alle gesund im Ziel ankommen. Man laufe für den guten Zweck, nicht für den Sieg oder Bestzeiten. „Gewinner sind eh schon jetzt alle, die mitmachen“, sagte Buchholz. Egal ob sie zweieinhalb, fünf oder gar zehn Kilometer liefen oder walkten – bei deutlich über 30 Grad im Schatten war das ein Kraftakt.

Pastor Valery Netzer freute sich, dass neben Neulingen auch „einige hier sind, die schon vor drei Jahren dabei waren.“ Damals lief man zu Gunsten eines Waisenhauses in Äthiopien. Gutes zu tun, sei die Bestimmung des Menschen, sagte er und half, die Muskeln der Läufer mit einer sportlichen Andacht zu lockern. Laufkoordinator Benjamin Trusch erinnerte daran, auf Straßenverkehr zu achten, denn: „Die Strecke ist nicht abgesperrt.“ Vorm Start und nach der Ankunft im Ziel bot sich die Chance, sich aus Wassereimern abzukühlen.

Viel Arbeit steckte im Benefizevent. „Aber fleißige Helfer haben es möglich gemacht“, lobte Bürgermeister Jean-Claude Freund die Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Die Feuerwehr heizte den Grill an, der MTV schenkte kühlende Getränke aus, das Wasbütteler Dorfleben sorgte für Kuchen, die Friedenskirche für Luftballons und die Pfadfinder ermunterten zum Bungee-Run. Daneben lief die Aktion „1000 Jahre, 1000 Hände“ des federführenden Vereins Gemeinsam für Kinder der Welt, bei der Wasbüttelerinnen und Wasbütteler ihren Handabdruck als Geschenk ans Dorf hinterlassen konnten. Übergeben werden die Abdrücke am Festwochenende vom 1. bis 4. September. Zuvor finden noch ein Weinfest am 9. Juli und ein Tag des offenen Dorfes am 28. August statt.

Gut 50 Helfer zogen beim Benefizevent hochmotiviert mit. Das sei nicht selbstverständlich, sagte Buchholz. Hinzu kamen Sponsoren – einerseits alle, die über einen oder mehrere Läufer das Projekt School of Hope unterstützen, andererseits jene, die das Benefizevent förderten. So spendete Juri Judow von Calberlahs Rewemarkt Obst und Getränke für die Verpflegungsstation auf der Strecke und Margit Till gestaltete kostenlos die im Vorfeld verteilten Werbeflyer.

Der Erlös floss in das Projekt School of Hope in Tansania. Einzig der Verkauf von Baseballkappen und T-Shirts zu 1000 Jahren Wasbüttel kam dem Dorfjubiläum zu Gute. Ziel des Projektes ist, in einem Ort in Tansania eine Schule zu errichten. Der Bau an sich ist unter anderem dank Geld aus einer Stiftung und 5000 Euro aus der bereits gelaufenen Aktion „Wir puzzeln eine Schule“ relativ weit fortgeschritten: „Nach unseren Standards ist es ein Rohbau“, sagte Buchholz. Man wolle das Gebäude nun fertigstellen und, was noch viel wichtiger ist, für Mobiliar sorgen: Tische, Bänke und dergleichen. „Bildung ist die stärkste Waffe im Kampf gegen Armut“, begründete Buchholz das Projekt.

Aus der Allerzeitung vom 21.06.2022, Foto: Ron Niebuhr