2020 11 18bz1Bei den Vorerkundungen der Trasse der künftigen Erdgasleitung von Walle nach Wolfsburg sind wieder archäologische Funde zum Vorschein gekommen, teilt der Landkreis Gifhorn in einer Presseerklärung mit. Im Auftrag des Unternehmens Gasunie, das die Leitung baut, untersucht die Firma Denkmal3D verschiedene Verdachtsflächen, die zuvor von der Kreis- und Stadtarchäologie benannt wurden, heißt es weiter. Im September wurden bereits östlich von Meine Funde freigelegt.

 

Auf einem Acker zwischen Wasbüttel und Martinsbüttel ist das Team um die Archäologin Melanie Müller-Passerschröer nun erneut fündig geworden: Die Archäologen stießen auf die Reste mehrerer Brandbestattungen, die wahrscheinlich während der älteren vorrömischen Eisenzeit vor etwa 2500 Jahren angelegt worden sind. Insgesamt wurden 23 Bestattungen nachgewiesen. „Die Menschen wurden mit ihrer Tracht auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Reste wurden von den Hinterbliebenen aufgelesen und in einer Urne oder einem organischen Gefäß bestattet“, sagt Melanie Müller-Passerschröer.

Zur Auswertung werden alle Bestattungen sorgfältig dokumentiert und vorsichtig geborgen. „Etwa 50 Meter nördlich der geplanten Gastrasse liegt der sogenannte Pottberg, wo schon im 19. Jahrhundert die ersten Urnenfunde entdeckt worden sind“, erläutert Dr. Ingo Eichfeld von der Kreis- und Stadtarchäologie. „Die jetzt aufgedeckten Bestattungen lassen darauf schließen, dass das Gräberfeld ursprünglich wesentlich größer gewesen ist. Das ist eine wichtige Information“, meint Eichfeld.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 18.11.2020, Foto: Nicole Bullert, Gasuine