2019 04 11az2„Erzähl doch mal, wie’s früher war“: Die Wasbütteler gehen mit einer neuen Veranstaltungsreihe in der Alten Schule auf Spurensuche in der Vergangenheit ihres Dorfs. Einmal im Monat laden Klaus-Dieter Brandt sowie Renate und Manfred Altenkirch zum gemütlichen Plaudern bei Kaffee und Kuchen in die Schulstube ein, bei der Premiere ging es um die Molkerei.

 

Auf der Karte des Realverbands von 1906 ist die Molkerei noch nicht eingezeichnet. Eine 1912 verschickte Postkarte zeigt sie allerdings schon. Ein genaues Datum, wann das Gebäude errichtet wurde, kennt keiner aus der Runde, allgemeines Achselzucken. Fred Weidemann weiß nur, dass zwischen 1906 und 1910 ein Hugo Triebel aus Magdeburg das Grundstück gekauft hat und dass vermutlich 1911 Eduard Fette die Molkerei gekauft und danach betrieben hat. In den 1930-er Jahren, nach dem Bau der zentralen Molkerei in Meine, war die Zeit der Milchverarbeitung in Wasbüttel schon wieder beendet.

Der jetzige Eigentümer des Gebäudes Andreas Fricke hat allerhand Details zusammengetragen: „Als ich umgebaut habe, habe ich festgestellt, wie gut durchdacht der Bau war.“ Von Molkeleitungen aus der Molkerei direkt in den angrenzenden Schweinestall erzählt er und berichtet, dass es im Treppenhaus noch Originalkacheln aus der Bauzeit gibt. Das ist ein Stichwort für Renate Altenkirch: Sie signalisiert in Richtung Klaus-Dieter Brandt, einen Fototermin zu vereinbaren. Denn schließlich wird auch noch Material für die Chronik zum 1000. Dorfjubiläum in drei Jahren gesammelt, und dafür hat Brandt den Hut auf. Deshalb läuft auch während des Erzählcafés auch ein Diktiergerät, Heidi Brandt macht sich außerdem Notizen.

2019 04 11az1Mit Waltraud Templin ist bei der Premiere der Erzählnachmittage eine Zeitzeugin da, die früher in der Molkerei gearbeitet hat. „Wir werden auch bei späteren Erzählnachmittagen mal direkt jemanden einladen, der uns etwas berichten kann“, sagt Brandt. Aber wie schon beim ersten Mal sind auch dann wieder alle Interessenten zum Zuhören willkommen. Das Erzählcafé beginnt im Regelfall am zweiten Dienstag im Monat um 16.30 Uhr.

Aus der Allerzeitung vom 11.04.2019, Foto: Christina Rudert/ privat