2021 10 07bz1Hillerse Dirk Asche-Baumgarten hat just seine erste Fuhre Zuckerrüben geliefert, die nächste wird Mitte des Monats fällig. Der Hillerser Landwirt bricht ob des ersten Ernteeindrucks nicht gerade in Euphorie aus, sondern geht von einer durchschnittliche Zuckerrübenernte aus: „Was wir jetzt brauchen, sind warme, sonnige Tage sowie kalte Nächte. Wenn das Wetter annähernd so bleib, gehe ich davon aus, dass der Zuckergehalt in den nächsten Tagen noch steigt.“

Der sei aktuell noch deutlich geringer als in den vergangenen Jahren, in denen die Landwirte allerdings auch verwöhnt worden seien. Natürlich beobachtet Asche-Baumgarten den Weltmarktpreis, die Europäische Zuckermarktordnung lief ja 2017 aus, und hofft, dass er steigt. „Man wird sehen, ob sich der Zuckerrübenanbau rechnet“, ist der Landwirt doch eher skeptisch, ob sich die Zuckerrübe als „Königin der Feldfrüchte“ behaupten kann.

Derzeit beschäftigt den Hillerser auch die Maisernte, bei der es seiner Meinung nach deutlich besser aussehe als bei der Zuckerrübe. Die erfreulichen Aussichten bestätigt auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), die mit guten, bis sehr guten Erträgen rechnet. LWK-Pressesprecher Wolfgang Ehrecke betont: „Die Betriebe können nach drei schwierigen Jahren endlich wieder Futterreserven aufbauen.“

Das allerdings mit etwas Verspätung, denn die Maisernte habe erst Ende September beginnen können, da der Mai deutlich zu kalt und der Sommer bestenfalls durchschnittlich waren. Nun aber sei die letzte große Arbeitsspitze des Jahres im vollen Gang, denn Mais sei die anbaustärkste Ackerkultur Niedersachsens, so Ehrecke.

Im Gang ist auch noch die Kartoffelernte. Während Ernst Lütje seinen Roder über das Feld steuert, trifft er lächelnd die im Agrar-Bereich eher selten zu hörende Aussage: „Wir sind vom Grundsatz her zufrieden. Die Erträge sind durchschnittlich bis gut, das hängt jeweils von den Sorten ab.“ Wie der Kartoffelexperte von der Wasbütteler Gaus-Lütje GbR betont, habe im Landkreis Gifhorn der Niederschlag wirklich gepasst, seiner Meinung nach hätte man sich Juni „den vorauseilenden Gehorsam“ durch den Einsatz von Beregnern sogar sparen können. Doch nicht nur das Wetter passte, sondern aktuell würden auch Angebot und Nachfrage „halbwegs passen“, so dass die Erzeuger angemessene Preise erzielen würden. Dies tun sie in unserer Region vornehmlich zu 98 Prozent mit festkochenden Standardkartoffel wie der Belana oder der Linda. Lütje hat aber auch „versuchsweise“ die Sorte Heiderot im Angebot. Und so gegen Ostern könnte es sogar blau werden auf den heimischen Tellern: „Wir haben die Blaue Kartoffel angebaut. Die ist von innen und außen blau und sehr gesund, die wollte ich unbedingt im Portfolio haben“, betont Lütje.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 07.10.2021, Foto: Dirk Kühn