2020 12 10bz1Der Musikunterricht bleibt zu Corona-Zeiten in den Schulen meistens stumm: In den Räumen darf nicht gesungen werden. Oder gibt es doch eine Möglichkeit? Die Wasbütteler Grundschullehrerin und Fachberaterin des Regionalen Landesamts Schule und Bildung, Silke Zieske, ruft niedersachsenweit alle Grundschulen zu einem Weihnachtslied-Flashmob am Mittwoch,16. Dezember, auf – in Gebärdensprache.

 

„Wir beschäftigen uns schon seit einem Jahr mit der Gebärdensprache“, sagt Zieske – also schon vor der Corona-Zeit. Denn damit könne man Musik und Gesang mit sinnhaften Gesten begleiten – und lernt nebenbei die Sprache der nicht und schwer hörenden Menschen. „Das kommt bei den Kindern super an.“

Mit der Viruspandemie hat für die Chorklassen-Lehrerin, die seit 2010 auch die Aus- und Weiterbildung von Chorklassenlehrkräften in der Katholischen Akademie Stapelfeld und der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel leitet, der Musikunterricht nicht aufgehört.

„Wir machen ihn seit April immer draußen. Dort kann man zwei Meter Abstand einhalten“, sagt sie. Sie selbst habe sich einen Sprachverstärker gekauft, die Musik kommt aus der Bluetooth-Box. Viele andere Schulen haben den Musikunterricht dieses Jahr aber eher auf Noten- und Instrumentenkunde reduziert.

Die Gebärdensprache gibt den Schülern nun die Möglichkeiten, wenigstens einmal zur Adventszeit wieder aktiv zu sein.

Die teilnehmenden Schulen gestikulieren am Mittwoch alle um 11 Uhr zum Lied „Große Freude in allen Herzen“. Zieske: „Jeder kann mit einsteigen, es muss nichts Perfektes sein.“

Das für den Auftritt nötige Material möchte Zieske auf Anfrage allen interessierten Schulen gern per E-Mail zukommen lassen. Es gibt auch einen Link zu einem Lernvideo, dass ihre Kollegin Petra Jakobsen erstellt hat.

Einige Schulen aus ganz Niedersachsen sowie eine aus Schleswig-Holstein haben schon ihre Teilnahme zugesagt – mit bereits insgesamt mehr als 1000 Schülern.

Die Mail-Adresse von Silke Zieske lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Aus der Gifhorner Rundschau vom 10.12.2020, Foto: Archiv BZV

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