2020 02 08bz1Der Ausschnitt zeigt den überhöhten Rechnungsbetrag, den der Wasbütteler zahlen sollte.Es ist Sonntagmorgen, die Heizung streikt, am Brenner leuchtet die rote Kontrolllampe. Als ein Wasbütteler daraufhin telefonisch einen vermeintlich lokalen Notdienst ins Haus bestellt, beginnt für ihn ein Alptraum, der ihn 525 Euro kostet. Soviel berechnet die dubiose Firma für das bloße Drücken des Knopfes.

 

Was seinem langjährigen Kunden (Name ist der Redaktion bekannt) passiert ist, bringt Heizungsbauer Dieter Beckmann auf die Palme. „Das fällt auf mich und meine Berufskollegen zurück“, sagt er. Gemeint ist die Masche, dass auf der Homepage suggeriert wird, dass die Handwerker aus Gifhorn kommen. So erging es Beckmanns Kunden, bei dem die Falle zuschnappte und der offenbar einem undurchsichtigen Notdienst-Netzwerk auf den Leim ging. Denn laut der Rechnung, die der Redaktion vorliegt, ist die Firma in Gelsenkirchen ansässig.

Passiert ist Folgendes: Einmal drauf geschaut und auf besagten Knopf gedrückt, womit die Betriebsstörung beseitigt wurde. Nach fünf Minuten war alles erledigt – bis auf die Rechnung. 179 Euro „fallspezifischer Einsatzwert“, 179 Euro Sonntagszuschlag, 49 Euro Anfahrtspauschale, 34,50 Euro für eine Viertelstunde Arbeit, was auf einem Stundensatz von 140 Euro basiert, und oben drauf noch die Mehrwertsteuer. Unterm Strich 525 Euro, die der überrumpelte Kunde sofort und in bar bezahlen musste.

Der Blick auf das Kleingedruckte offenbart zudem, dass sich der Monteur mit der Unterschrift des Kunden von jeglicher Haftung im Falle geringfügiger Fahrlässigkeit befreien ließ. Aus Angst vor möglichen Repressalien scheut sein Kunde den Weg in die Öffentlichkeit.

Auch Beckmann ist nicht wohl bei der Sache. Sein Ansporn ist, dass nicht weitere Kunden abgezockt werden, seine Branche durch schwarze Schafe in Verruf gerät und dubiose Notdienst-Netzwerke seriösen Handwerksbetrieben schaden.

„Bei Schlüsseldiensten kennt man diese Masche, im Heizungsbereich ist sie im Landkreis recht neu“, erklärte Thomas Reuter. Der Pressesprecher der Gifhorner Polizei berichtete von einem ähnlich gelagerten Fall, der Ende 2019 aktenkundig wurde. Sein Rat: Mit dem Heizungsbauer seines Vertrauens eine Notrufnummer absprechen.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 08.02.2020, Foto: Daniela Burucker