2019 07 10az1Die Bilder und Filme zeigen den sexuellen Missbrauch und die Vergewaltigung von Kindern und Jugendlichen: 80 000 Dateien fand die Kripo bei einem Wasbütteler (45). Er wurde am Dienstag im Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

 

Der gebürtige Helmstedter – er ist arbeitslos und geschieden – habe sich die Fotos und Filme übermitteln lassen oder selbst im Internet herunter geladen, ging die Hildesheimer Staatsanwältin beim Verlesen der Anklage auf Details der Tat ein. Die Dateien, die der 45-Jährige zusätzlich noch auf DVDs und CDs abgespeichert hatte, zeigen sexuelle Handlungen an unter 14-Jährigen und auch an Kindern und Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren.

Bei einer Hausdurchsuchung am 9. August 2017 fanden Ermittler der Gifhorner Kripo die gespeicherten Filme und Fotos auf einem PC in der Wohnung des Mannes. Er habe das Material über einen längeren Zeitraum gesammelt, so die Anklägerin.

„Ja, die Anklage trifft zu“, räumte der 45-Jährige mit leiser Stimme ein. Das erste Mal sei er zufällig im Internet auf die Kinderpornos gestoßen, dann habe er aus Neugier Dateien herunter geladen und abgespeichert.

Eine Einlassung, die der Richter dem Wasbütteler nicht abkaufte. „Die Neugier ist doch irgendwann befriedigt“, verwies der Strafrichter auf die unglaubliche Zahl von 80 000 Dateien – darunter mehr als 900 Filme. „Was auf den Filmen und Bildern zu sehen ist, ist herabwürdigend und abartig – kein Kind macht so etwas freiwillig“, hielt der Richter dem 45-Jährigen vor, „dass viele Kinder und Jugendliche unter Drogen sexuell missbraucht worden sind“. In seinem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwältin, die für den Wasbütteler eine neunmonatige Freiheitsstrafe – ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung – und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit gefordert hatte. Der Richter und auch der Verteidiger rieten dem Mann dazu, sich wegen pädophiler Neigungen bei einem Sexualtherapeuten in Behandlung zu begeben. „Offenbaren sie sich möglichst schnell ihrem Hausarzt“, so der Richter. „Es tut mir leid, es wird nicht wieder vorkommen“, versprach der 45-Jährige, der nach dem Urteil gemeinsam mit seinem Verteidiger den Gerichtssaal verließ.

Aus der Allerzeitung vom 10.07.2019, Foto: Photowerk 7Archiv