Der rote Fleck am Himmel ist mit bloßem Auge nicht auszumachen. Hobby-Astronom Hartmut Bornemann macht ihn mit seinem Teleskop für alle sichtbar: den 3000 Lichtjahre entfernten Kokon-Nebel im Sternbild Schwan."Zurzeit kann man bei klarem Himmel das Sternbild gut ausfindig machen", sagt Hartmut Bornemann. Und der Nebel ist nur ein Teil des Schwans, "ein sehr interessantes Gebiet mit vielen Objekten."

Am 11. Oktober 1893 hat der Astronom Edward Emerson Barnard mit einem 6-Zoll-Teleskop den Nebel entdeckt. In der Verlängerung der Achse vom Kopf über das Brustbein und den Schwanz hat sich vor wenigen hunderttausend Jahren diese Kinderstube junger Sterne gebildet, die mit ihrer Strahlkraft ihr umgebendes Gas zum Leuchten anregt und deren Licht im Staub wie ein Schleier reflektiert wird.

Bornemanns Aufnahme entstand an zwei Nächten, vom 12. auf den 13. August und vom 13. auf den 14. Übrigens auch wieder mit einem 6-Zoll-Teleskop, allerdings einer modernen Variante mit computergesteuerter Nachführung und 8-Megapixel-Digitalkamera. Zusammengerechnet betrug die Belichtungszeit etwa 5,5 Stunden. Erstmals habe Bornemann die auf zwei Nächte verteilt. "Sehr aufwendig war es, die Anlage wieder auf den Punkt genau auszurichten." Anschließend hat der Computer alle Einzelaufnahmen aus beiden Nächten wieder zu einem Gesamtbild in Farbe zusammengerechnet. Derzeit sei der Sternenhimmel sehr klar - "aber da muss man in unserer Region ja sehr bescheiden sein" - besonders in den kommenden Tage, wenn der Vollmond die Nacht überstrahle. Danach habe Bornemann aber schon mögliche neue Ziele vor Augen: "Vielleicht Andromeda? Oder den Mondsichelnebel im Schwan? Es gibt so viel zu sehen, aber zu wenige Gelegenheiten."

Der Kokon-Nebel im Sternbild Schwan. Leser können sich die Aufnahme in voller Auflösung unter folgendem Link im Internet anschauen: http://www.flickr.com/photos/hvb_astro/7813556024/sizes/k/in/photostream/.

Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 31. August 2012, Foto: Hartmut Bornemann