2020 02 04bz2Dass fast 20 Wasbütteler am Samstagmorgen schon früh auf den Beinen waren, war nicht zu überhören. Durch die geöffnete Tür der Werkstatt am Sportplatz drangen kräftige Hammerschläge und Sägegeräusche. Die Gemeinde hatte dazu aufgerufen, gemeinsam Vorsorge gegen den Eichenprozessionsspinner zu treffen, indem Nistkästen gebaut werden. Die sollen die natürlichen Fressfeinde der giftigen und lästigen Raupe, wie Blau- oder Kohlmeise, anlocken, erklärte Bürgermeister Hartmut Jonas dazu.

 

Er habe von Berichten aus einer kleinen Gemeinde in den Niederlanden gehört, wonach sich der Eichenprozessionsspinner durch diese Methode um 70 bis 80 Prozent reduzieren lasse. „Das wollen wir jetzt auch mal ausprobieren.“

Bereits im Dezember hatten Bürger aus Holz und Dachpappe zahlreiche Nistkästen von Bürgern kreiert. „Zusammen mit denen von heute werden es an die 100 Stück werden“, meinte Jonas. Aufgehängt werden sollen diese im ganzen Dorf, ein Großteil von den bereits im vergangenen Jahr angefertigten Häuschen hängt bereits.

Die fleißigen Helfer durften aber auch einen Nistkasten für den eigenen Garten mitnehmen. Das Material hat die Gemeinde gestellt oder es wurde gespendet. Werkzeug brachten die Wasbütteler selbst mit.

2020 02 04bz1Dass auch Kinder unter die Hobbyhandwerker gingen, freute den Bürgermeister besonders. „Schön, dass wir auch den Nachwuchs dafür begeistern konnten.“ So kam auch Simon Gerlach mit seinen Kindern Johanna (4) und Julian (6). „Das ist eine gute Sache für die Umwelt, und handwerklich zu arbeiten ist für die Kinder ja auch spannend“, sagte der Familienvater.

Auch Valerij Netzer, Pastor der Friedenskirche in Wasbüttel, und der Gemeindearbeiter packten in ihrer Freizeit mit an. Ines Buchholz, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement aus Wasbüttel nicht mehr wegzudenken ist, baute ebenfalls fleißig mit. Gemeinsam mit Matthias Otto schafften sie an ihrem Tisch allein in anderthalb Stunden sechs Nistkästen. „Die fertigen Nistkästen werden in den nächsten zwei Wochen aufgehängt“, kündigte Hartmut Jonas an. Nach getaner Arbeit wartete eine Stärkung auf die Teilnehmer.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 04.02.2020, Foto: Daniela König