Nach Plänen des Aller-Ohre-Verbands (AOV) wäre in diesem Jahr der Bau des Riede-Staudamms bei Calberlah an der Reihe - mit einem Fassungsvermögen von rund 120 Kubikmetern wäre es das größte Rückhaltebecken beim Projekt Hochwasserschutz an der Hehlenriede. 

Doch gestern verkündete Geschäftsführer Jürgen-Hinrich Kohrs gegenüber der Rundschau: "Das wird in diesem Jahr wahrscheinlich noch nichts werden." Der Grund: Die Grundeigentümer weigern sich. "Sie haben uns nicht einmal auf die Flächen gelassen, um sie zu vermessen."

 

Was nun? "Wir müssen uns planerisch ins Zeug legen und uns Alternativen überlegen", sagt Kohrs - wenn es die überhaupt gibt. Der Verband stehe unter anderem vor der Entscheidung, erst einmal Wasbüttel vorzuziehen (86000 Kubikmeter), um im Zeitplan nicht aus der Bahn geworfen zu werden.
Möglich sei aber auch, dass der AOV "den harten Weg" geht - auch das Wort Enteignung fiel gestern im Gespräch mit Kohrs.

Zuvor werde der Verband aber eher noch einmal auf die Strategie der Kommunikation setzen. Kohrs: "Vielleicht haben die Menschen einfach noch nicht begriffen, worum es geht." Schließlich würden die Eigentümer entschädigt, wenn es zu Einbußen durch Überschwemmung kommt.

Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 14. Januar 2010, Gifhorn Lokales, Seite G05