2021 11 12az1Die Inbetriebnahme des Giffinet-Glasfasernetzes im Kreis Gifhorn verzögert sich. Eigentlich wollte Netzbetreiber Giffinet im September und Oktober die ersten Kunden im Nordkreis ans Netz nehmen. Jetzt sollen möglichst viele Kunden bis Weihnachten angeschlossen werden.

Am 27. August wurde das Glasfasernetz vom Landkreis Gifhorn in Betrieb genommen. Bauherr des Glasfasernetzes und der Hausanschlüsse ist der Landkreis Gifhorn. Im September und Oktober wollte der Netzbetreiber Net Services mit seiner Marke Giffinet nach der erfolgreichen Inbetriebnahme von Testkunden mit der weiteren Aufschaltung von Kunden aus dem ersten Vermarktungsgebiet in Hankensbüttel, Obernholz, Sprakensehl und Wittingen beginnen. Die Bauzeit für die sogenannte passive Infrastruktur betrug rund eineinhalb Jahre.

Im Zuge der Besichtigung der ersten Verteilstation Anfang September wurde laut einer Mitteilung von Giffinet festgestellt, dass einem nachhaltigen, sicheren und störungsfreien Betrieb einige Mängel im Wege stehen. Der Landkreis Gifhorn habe umgehend die Hersteller und zuständigen Unternehmen zur Behebung der Mängel aufgefordert und sei seitdem im laufenden Kontakt mit dem Netzbetreiber, um die Behebung der Mängel zu testen und zu dokumentieren. „Solange die Mängel nicht behoben worden sind, können wir das Netz nicht abnehmen und auch keine weiteren Kunden auf das Netz nehmen“, teilt Dirk Moysich, Geschäftsführer der Net Services, mit.

„Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, da uns sehr wohl bewusst ist, wie sehr vor allem die unterversorgten Haushalte einen schnellen Internetanschluss ersehnen.“ Die Mängel sollen bis spätestens Ende November behoben sein. „Der Landkreis arbeitet eng mit dem Netzbetreiber zusammen, um die Aufschaltung der gut 2 000 wartenden Breitbandkunden zu beschleunigen. Als Netzeigentümer haben wir ein hohes Interesse daran, dass die verbaute Technik langfristig keinen Schaden trägt, können aber gleichwohl die dringende Notwendigkeit des Glasfaseranschlusses aus erster Hand nachvollziehen“, teilt Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter mit. Nach mehreren Gesprächen in den letzten Tagen sollen möglichst viele Kunden bis Weihnachten angeschlossen werden.

Glasfaserausbau in Isenbüttel, Gifhorn und der Sassenburg

Für den Glasfaserausbau in der Samtgemeinde Isenbüttel, der Gemeinde Sassenburg und in der Stadt Gifhorn sind Tiefbaumaßnahmen von rund 100 Kilometern Länge notwendig. Laut Landkreis steht jetzt der Fahrplan für die Baumaßnahmen fest.

  • Losgehen soll es je nach Witterung im ersten Quartal 2022. Ein detaillierter Zeitplan wird in den kommenden Wochen erarbeitet. Im Anschluss wird mitgeteilt, wo die Baumaßnahmen beginnen werden.
  • Die Covid-19-Pandemie wirkt sich laut Landkreis auf den Markt aus. So sei der weltweit viertgrößte Umsatzhafen für Materialien wie Kunststoff und Glasfasern in der chinesischen Metropole Shenzhen geschlossen gewesen. Es entstand eine erhebliche Materialknappheit. Daraus resultiere mittelfristig eine erhebliche Preissteigerung von Rohrverbänden, Kabelschutzrohren und Glasfaserkabeln.
  • Der Landkreis Gifhorn und die beauftragte Tiefbaufirma haben bereits darüber diskutiert, wie einer Kostensteigerung des Glasfaserausbaus entgegengewirkt werden kann. Diese hätte auch ver- gaberechtlich zu Schwierigkeiten und somit zu einer nachträglichen Aufhebung des gesamten Verfahrens führen können.
  • Die Beteiligten konnten laut Landkreis aber gemeinsam ein Verfahren für die Materialbestellung finden und somit der Preissteigerung entgegenwirken.

 

Aus der Allerzeitung vom 12.11.2021, Foto: Christian Albroscheit/Archiv