2021 09 10az1Ihr Okay zur Erweiterung der Kindertagesstätten in Ribbesbüttel und Wasbüttel gaben der Bau- sowie der Jugend- und Sozialausschuss der Samtgemeinde Isenbüttel am Mittwochabend. Die Kosten schätzt die Planschmiede 2KS auf fast neun Millionen Euro.

Die Kitas, beide vor etwa 25 Jahren gebaut, erfüllten nicht mehr den aktuellen Betreuungsbedarf, sagte Bauausschussvorsitzende Marianne Marschhause einleitend. Ein Arbeitskreis habe unter Einbeziehung der Planschmiede Lösungen erarbeitet und sich dabei an der neuen Calberlaher Christuskita orientiert. Neben der dringend erforderlichen Erweiterung wollte man jeweils möglichst auch den Altbestand modernisieren, sagte sie.

Noch ehe die Ausschüsse in die Diskussion einstiegen, skizzierte Kämmerer Jürgen Wisch die finanziellen Auswirkungen der Großinvestition. Lediglich 700 000 Euro seien als Zuschuss zu erwarten, von den verbleibenden 8,3 Millionen Euro könne man sechs Millionen über die Rücklage decken. Hinzu komme demnach ein Kredit von 2,3 Millionen Euro. Positiv dabei: „Wir müssen dann wenigstens kein Verwahrgeld mehr an die Bank zahlen und die Kreditzinsen sind derzeit sehr niedrig“, sagte Wisch. Ansonsten aber sieht es ziemlich düster aus: „Künftig können wir wohl nichts mehr ohne Zuschüsse und Kredite machen“, verwies er auf Bauvorhaben im Freibad, an Ribbesbüttels Grundschule und an Feuerwehrhäusern.

Bürgervertreter Eberhard Müller fand das Konzept gut, hatte aber „einen Riesenklemmer mit den Baukosten“. Das könne man keinem Wähler vermitteln. Selbst mit Preissteigerungen in der Baubranche sollte man auf höchstens 1,8 Millionen Euro kommen. Und die viel größere Gifhorner Kita an der Allerwelle habe nur 4,4 Millionen Euro gekostet. Planer Thomas Schultz erinnerte, dass die Materialkosten erheblich gestiegen sind: für Stahl etwa von 1200 auf 2000 Euro pro Tonne, für die Dacheindeckung von sechs auf 14 Euro pro Quadratmeter. Man könne vielleicht hier und da noch etwas einsparen, „aber auf eine oder zwei Millionen Euro kommen wir dabei nicht“, sagte Schultz.

Christina Petzold (SPD) meinte: „Uns war allen klar, dass wir Erweiterungen brauchen und dass die nicht billig werden.“ Auch wolle man Gebäude schaffen, in denen sich Kinder und Erzieherinnen wohlfühlen. Diese Investition in den Nachwuchs sei gesellschaftlich gesehen Gold wert. Und Britta Rösler, Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses, wies darauf hin, dass „wir kein Geld verbrennen, sondern dafür zwei schöne Gebäude schaffen“.

Edmond Worgul (Die Linke) unterstrich, dass „wir nicht aus Spaß an der Freude bauen, sondern um dem Bedarf und gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.“ Anders als manche Kommune stelle man keine Container auf, man schaffe „etwas Vernünftiges“. Das bedeute allerdings, dass die kommenden Haushaltsberatungen „alles andere als lustig werden“, sagte Worgul. Das war auch Klaus Rautenbach (Grüne) bewusst, aber es gebe keine Alternative. Er empfahl, bei Baugebieten künftig einen Infrastrukturbeitrag für Kitas und Schulen zu erheben. Samtgemeindebürgermeister Hans-Friedrich Metzlaff stimmte die Mitgliedsgemeinden derweil darauf ein, dass infolge dieser Großinvestition mit einem Anstieg der Samtgemeindeumlage zu rechnen sei.

Beide Ausschüsse stimmten geschlossen für die Erweiterungen der Kitas in Wasbüttel und Ribbesbüttel in der vorgestellten Form. Der Samtgemeinderat befasst sich mit dem Thema in seiner Sitzung am 7. Oktober.

Aus der Allerzeitung vom 10.09.2021, Foto: Kindergarten