2021 09 10bz1Für die Samtgemeinde geht es finanziell ans Eingemachte. Mit den Anbauten an die Kitas in Ribbesbüttel und Wasbüttel fallen Baukosten von knapp 9 Millionen Euro an. Dafür muss die Kommune ihr Sparbuch plündern und sich mit 2,3 Millionen Euro verschulden. Von den Gremien gab es dafür einstimmig grünes Licht. Das letzte Wort hat allerdings der Samtgemeinderat bei seiner Sitzung am 7. Oktober.

„Die vorhandenen 6 Millionen Euro liquide Mittel werden nach dem Bau komplett aufgebraucht sein“, erläuterte Kämmerer Jürgen Wisch. „Im Hinblick auf die Sanierung des Freibades und Feuerwehr-Investitionen muss man das im Hinterkopf behalten.“ Zuvor hatte Wisch der Politik die Eckdaten erläutert, wonach für die Erweiterung in Ribbesbüttel etwa 4,8 Millionen Euro und die in Wasbüttel rund 4 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Verwaltung kalkuliert insgesamt mit 700.000 Euro staatlichen Zuschüssen.

Der Anbau in Ribbesbüttel soll auf der Südseite der bestehenden Kita und teils auf dem Schulgrundstück entstehen. Ein neuer Spielflur soll Alt- und Neubau verbinden.

In Wasbüttel ist der Anbau an der Westseite vorgesehen. Alle neuen Gruppen bekommen einen direkten Ausgang auf das Außengelände. Die Mensa und Ausgabeküche sind im Übergangsbereich von Alt- und Neubau vorgesehen.

In beiden Kitas werden die Gruppenräume so geplant, dass eine flexible Nutzung als Krippen- oder Kita-Gruppe möglich ist.

Unter dem Gesichtspunkt, dass nicht nur jeweils Räumlichkeiten für zwei zusätzliche Gruppen nebst Funktionsräumen entstehen sollen, sondern auch die Renovierung der Bestandsgebäude geplant ist, hielt sich die Aufregung in Grenzen.

Zumal die Politik damit ihren Beschluss umsetzt, wonach jede Gemeinde eine eigene Krippe erhalten soll. In ihrer gemeinsamen Sitzung schluckten die Mitglieder des Bauausschusses um Vorsitzende Marianne Marschhause (SPD) und des Jugendausschusses um Vorsitzende Britta Rösler (CDU) die finanzielle Kröte ohne große Diskussionen.

Lediglich von Bürgervertreter Eberhard Müller gab es Kritik an der Höhe der reinen Baukosten. „Damit habe ich einen Riesenklemmer. Das kann ich keinem Bürger erklären.“

Ein Vertreter des Büros Planschmiede kam auf andere Zahlen als Müller. „Ein Quadratmeterpreis von 3880 Euro passt gut in die Welt“, sagte er.

Röslers Idee, durch einen höheren Kredit die Handlungsfähigkeit der Samtgemeinde bei anstehenden Investitionen zu verbessern, erteilte Wisch mit Hinweis auf das Haushaltsrecht eine Absage.

Sollte der Samtgemeinderat der Empfehlung des Fachausschusses folgen, sollen laut Wisch die Baugenehmigungen unverzüglich beantragt werden.

Läuft alles nach Plan, soll ab Mitte 2022 in beiden Orten gebaut werden. Die ersten Kinder werden nicht vor Mitte 2023 durch die neuen Räume toben können.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 10.09.2021, Fotos:Daniela Burucker