2021 10 09bz1Zu seiner letzten Samtgemeinderatssitzung hätte Isenbüttels Samtgemeindebürgermeister Hans-Friedrich Metzlaff gern die Gäste persönlich per Handschlag begrüßt. Und auch der Ratssaal wäre sicher der bevorzugte Ort gewesen – doch unter Corona-Bedingungen tagte der Rat im Schulforum, und statt Handschlag gab es die Ghetto-Faust zum Willkommen. Gleichwohl ließ es Metzlaff sich nicht nehmen am Ende der Sitzung eine Bilanz der vergangenen Legislaturperiode zu ziehen. Die Mitglieder des Samtgemeinderats applaudierten kräftig.

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren viel erreicht“, schickte Metzlaff seinem Resümee voraus. Dazu gehören die ins Leben gerufenen Zwar-Gruppen, eine landesweit einmalige Initiative „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (Zwar). „Die Gruppen gibt es immer noch“, freute sich Metzlaff. Er könne sich also aussuchen, ob er demnächst lieber kochen, Boule spielen oder wandern wolle. Auch die Nachbarschaftshilfe Hehlenriede nannte der Samtgemeindebürgermeister, die besonders in den vergangenen Monaten corona-bedingt nicht die Hilfe leisten konnte, die sie leisten wollte.

Weitere Meilensteine waren die Zugehörigkeit zum IT-Verbund und die Umwandlung der Oberschule Calberlah in eine Realschule. Metzlaff dazu: „Das war eine richtige Entscheidung.“ Der 2019 vorgelegte städtebauliche Entwicklungsplan gehört ebenso dazu wie die aktualisierte Feuerwehrbedarfsplanung, die dazu geführt hat, dass ein hauptamtlicher Gerätewart beschäftigt wird. Jüngste Auswirkung: der neue Gerätewagen Logistik, den die Feuerwehr bereits abgeholt hat und der am 17. Oktober in einer kleinen Feierstunde offiziell seiner Bestimmung übergeben werden soll.

Auch auf das seit 2019 vorliegende Sanierungskonzept für das Freibad Edesbüttel ging der Samtgemeindebürgermeister ein. Nicht von Erfolg beschieden war die Initiative, aus der Samtgemeinde eine Einheitsgemeinde zu formen. Ende 2018 stimmten die Gemeinden Calberlah, Isenbüttel und Ribbesbüttel dagegen, einzig Wasbüttel sprach sich dafür aus.

Bleibt noch das Thema Kindergärten. Ausführlich ging Metzlaff auf die Erweiterung der Kindertagesstätte Calberlah ein. Nachdem der neue Kindergarten für vier Gruppen 2017 fertiggestellt war, habe es nicht lange gedauert, bis sich zeigte, der Platz reicht nicht. Im Sommer seien nun zwei weitere Gruppen eingezogen, eine offizielle Eröffnung habe Corona bisher verhindert.

Bereits zuvor hatte der Samtgemeinderat sich einstimmig für die Erweiterung der Kindertagesstätten in Ribbesbüttel und Wasbüttel ausgesprochen. Metzlaff lobte die Vorbereitung durch den Arbeitskreis. Zusammen mit Beschäftigten, Betreibern der Kindergärten und den Kommunalpolitikern wurde der Ausbauplan vorbereitet. In Ribbesbüttel sollen für 4,8 Millionen Euro zwei Gruppen- und dazugehörige Funktionsräume geschaffen werden. Auch Platz für eine Kinderkrippe ist vorgesehen. Angebaut wird an der Südseite des Gebäudes und dem benachbarten Schulgrundstück. Dadurch verkleinert sich der Schulhof der Grundschule, heißt es in der Vorlage. In Wasbüttel soll die Kindertagesstätte ebenfalls um zwei Gruppen- sowie Funktionsräume erweitert werden. Auch eine Krippe wird eingerichtet. Die Kosten werden auf vier Millionen Euro geschätzt. Beide Anbauten erhalten eine Photovoltaikanlage.

Metzlaff beendete seine Bilanz mit den Worten „Es hat mir immer Spaß gemacht. Meinem Nachfolger wünsche ich eine glückliche Hand.“

Aus der Gifhorner Rundschau vom 09.10.2021, Foto: Dirk Kühn