2021 10 09az1Grünes Licht gab Isenbüttels Samtgemeinderat am Donnerstag für die Erweiterung der Kindertagesstätten in Ribbesbüttel und Wasbüttel. Es ging auch um die Zukunft der Büchereien. Und Samtgemeindebürgermeister Hans Friedrich Metzlaff zog Bilanz der bald endenden Wahlperiode.

Der Bedarfsplan für Kinderbetreuung hat aufgezeigt, dass Erweiterungen für die Kitas in Ribbesbüttel und Wasbüttel erforderlich sind. Was die Anbauten umfassen sollen, hat ein Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung, Kitapersonal und Fachplanern aufgelistet. In Ribbesbüttel strebe man zudem „Synergien mit der benachbarten Grundschule an, auch wenn das schwierig erscheint“, sagte Britta Rösler (CDU). Marianne Marschhause (SPD) merkte an, dass im Arbeitskreis kein Wünsch-Dir-was vorherrschte, sondern immer wieder auch Potenzial zum Sparen aufgezeigt wurde. Man komme um die Modernisierung beider Kitas nicht herum, stammten sie doch noch aus einer Zeit als bloß Halbtagsbetreuung üblich war. „Mittlerweile sind manche Kinder länger in der Kita als ihre Eltern bei der Arbeit“, erklärte Marschhause, warum attraktive Räume unverzichtbar sein – übrigens auch fürs Personal.

Der Wasbütteler Bürgermeister Hartmut Jonas und sein Ribbesbütteler Amtskollege Hans-Werner Buske dankten dafür, dass ihre Kitas erweitert werden. „Die Planung ist schon mal super verlaufen“, hoffte Jonas, dass die Bauarbeiten ebenso zügig über die Bühne gehen. Die Kosten von insgesamt wohl wenigstens neun Millionen Euro seien zwar enorm, aber „gemeinsam schaffen wir das“, betonte er. Und Buske freute sich, dass „endlich auch mal etwas westlich der B 4 passiert“. Die hohe Kunst bei dem Vorhaben sei allerdings, mit den verfügbaren Mitteln auszukommen, ohne hinterher die Samtgemeindeumlage zu erhöhen. Horst-Dieter Hellwig (UWG) hatte zuvor angemahnt, dass eine steigende Umlage die großen Gemeinden Isenbüttel und Calberlah relativ kalt lassen, die kleinen Gemeinden Wasbüttel und Ribbesbüttel aber schwer treffen würde. Der Rat beschloss beide Baukonzepte umzusetzen und die nötigen Mittel 2022 bereit zu stellen.

Mit der Zukunft der Büchereien hat sich ein Arbeitskreis auseinander gesetzt: Die Standorte Calberlah und Isenbüttel sollten zusammengelegt werden. Denn während die Isenbütteler Bücherei täglich durchschnittlich 80 Nutzer zählt, suchen das Calberlaher Pendant nur sechs auf. Durch die Bündelung des Personals an einem Ort könnte man die Öffnungszeiten in die Abendstunden erweitern, was Berufstätigen entgegen käme. Erweitern könnte man die Bücherei zum generationsübergreifenden kulturellen Treffpunkt, der zum ungestörten Lesen einlädt. Man könnte eine räumlich getrennte Spiel- und Leselandschaft für Familien und ein gemütliches Café schaffen. Auch sollte die Bücherei Lernort und Kreativwerkstatt sein für Technik, Roboter, Digitalisierung und neue Medien.

Der Arbeitskreis hat empfohlen, im Haushaltsplan 2022 Planungskosten von 50 000 Euro dafür vorzusehen. Samtgemeindebürgermeister Hans Friedrich Metzlaff lobte den Arbeitskreis für die „umfängliche Auswertung“ der Situation und der Entwicklungsmöglichkeiten. Es bleibt abzuwägen, wie viel Geld man dafür tatsächlich aufbringen kann, denn es stehen ja Anbauten an die Kitas in Ribbesbüttel und Wasbüttel sowie Anschaffungen für die Feuerwehren an. Der Rat nahm den Zwischenbericht des Arbeitskreises nur zur Kenntnis.

Der neue Gerätewagen Logistik für die Ribbesbütteler Feuerwehr ist gemäß des Bedarfsplanes gekauft und auch schon geliefert worden. Offiziell übergeben wird das Fahrzeug am 17. Oktober. Für 42 000 Euro hat die Samtgemeinde Laptops für Lehrer bestellt – dank Fördermitteln. Wann sie tatsächlich in den Schulen eintreffen, bleibt wegen allgemeiner Engpässe in der Chipproduktion offen. Angeschafft werden über den Landkreis Gifhorn 13 Mastsirenen, da sich beim Hochwasser in Ahrweiler gezeigt hat, dass eine „rein elektronische Alarmierung womöglich nicht ausreicht“, sagte Metzlaff.

Im Rückblick auf die Wahlperiode erinnerte Samtgemeindebürgermeister Hans Friedrich Metzlaff an das Projekt „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (ZWAR), aus dem viele noch immer aktive Gruppen hervorgingen, zum Beispiel zum Wandern, Boule spielen und Kochen. Ähnlich wegweisend war die Gründung der Nachbarschaftshilfe Hehlenriede, die wegen der Pandemie bisher allerdings weniger durchstarten konnte als erhofft. Dem IT-Verbund des Landkreises beizutreten sei richtig gewesen – trotz mancher Probleme. „Die wären sicher noch viel größer, wenn wir es allein versucht hätten“, verwies Metzlaff auf chronischen Mangel an IT-Fachpersonal.

Die Samtgemeinde hat mit den Gemeinden Isenbüttel, Wasbüttel und Calberlah einen Rasenpflegeverbund gebildet. Die Feuerwehren verfügen nunmehr über einen hauptamtlichen Gerätewart. Die Umwandlung der Oberschule in eine Realschule habe dem Schulstandort Calberlah gut getan. Die Pläne zur Umwandlung der Samt- in eine Einheitsgemeinde seien „leider“ begraben worden, bedauerte Metzlaff. Und der im Sommer 2020 in Betrieb genommene Neubau der Christuskita in Calberlah konnte wegen der Pandemie bisher nicht offiziell eingeweiht werden. „Vielleicht gelingt es ja 2022. Und vielleicht lädt man mich dazu auch ein“, sagte Metzlaff, der sich mit Ende der Wahlperiode in den Ruhestand verabschiedet.

Aus der Allerzeitung vom 09.10.2021, Foto: Archiv