Das Thema Friedhöfe stand in der letzten Sitzung des Samtgemeinderates im Jahr 2020 gleich mehrfach auf der Tagesordnung. Denn in Allerbüttel werden künftig Urnenbeisetzungen unter Bäumen auf dem dortigen Friedhof möglich sein. Sechs Kugelahorne sollen gepflanzt werden, so dass an jedem Baum bis zu 16 Urnen Platz finden könnten.

 

Statt einer anonymen Beisetzung schlug der Arbeitskreis vor, Grabkissen anzubringen. Einmütig stimmte der Rat zu, dass die Urnengräber in die kommende Friedhofs(gebühren-)ordnung aufgenommen werden und diese Form der Beisetzung als neue Grab-Art in Allerbüttel ermöglicht wird.

In Wasbüttel prüft die Verwaltung nach mehrheitlicher Abstimmung, ob der Friedhof in Wasbüttel für anonyme Erdbestattungen erweitert werden kann. Einen Antrag, anonyme Sargbestattungen zu ermöglichen, hatten die Grünen eingereicht.

Bürgermeister Hartmut Jonas skizzierte, dass er eine 18 mal 8,50 Meter große Fläche im Visier habe. In diesem Bereich gäbe es Platz für 15 bis 18 Gräber. „Wir erwarten ein bis zwei Erdbestattungen pro Jahr“, machte Jonas deutlich.

Die Samtgemeindeverwaltung kommt jedoch auf eine andere Rechnung: Demnach könnten dort maximal zehn Gräber auf der jetzigen Fläche angelegt werden, was ihrer Auffassung nach keine zukunftsorientierte Grabplanung wäre. Deshalb sollen Gespräche mit dem Realverband Wasbüttel über den Erwerb benachbarter Waldflächen starten. Ist er bereit, zu verkaufen, könnte die Planung für anonyme Reihengräber im Zuge einer Friedhofserweiterung in 2022 erfolgen.

Zudem hatten die Grünen gefordert, dass auf dem Wasbütteler Friedhof eine Fläche frei gehalten wird für das Ansäen von Blühstreifen, damit sich dort Insekten niederlassen. Die Verwaltung hält das aber für den falschen Weg und argumentiert, dass Blühstreifen mehr Aufwand für das Personal bedeuten würden, sie das gepflegte Erscheinungsbild des Friedhofs verschlechtern und sich Wildkräuter ausbreiten, was zu Problemen mit den Angehörigen führe. Deshalb schlug die Verwaltung vor, dass Blühstreifen oder -wiesen zumindest auf Erweiterungsflächen, die optisch klar getrennt sind vom Friedhof, bis zur Umnutzung als Grabfelder angelegt werden können. „Das Argument, dass es pflegeintensiv ist, zieht nicht. Die Fläche muss nicht gemäht werden“, erwiderte Jonas. „Besucher klagen oft über Schottergräber, mit Natur hat das wenig zu tun. Wir sollten da ein bisschen Leben reinbringen.“

Auf einem 18 mal 4 Meter großen Streifen sehe er genug Platz zum Pflanzen. Über Schottergrabstätten und die allgemeine Gestaltung müsse ohnehin diskutiert werden, wandte Jochen Gese (CDU) ein und brachte als Beispiel seine Gemeinde Calberlah ein, wo Schotterbeete nicht mehr erlaubt sind.

„Man könnte Hecken mit dauerblühenden Pflanzen gestalten.“ Hella Klinge (SPD) fand die Idee mit den Wildkräutern gut. „Man kann auch mal wachsen lassen, es muss nicht alles ordentlich und auf Reihe sein.“

Hans-Werner Buske (CDU) sah das anders und riet dazu, Blühstreifen auf anderen, gemeindeeigenen Flächen im Dorf anzulegen. Ob es dort nun Blühstreifen geben wird oder nicht, wird noch zu klären sein. Denn der Rat stimmte mehrheitlich gegen den Verwaltungsvorschlag, die Blühstreifen auf dem Friedhof abzulehnen, aber auch gegen die Idee der Grünen, auf dem Friedhof eine Blühwiese anzulegen.

Zudem machte der Rat den Weg frei für die Umwidmung eines vier Hektar großen Waldstücks des Landwirts Julius Löbbecke in Ribbesbüttel zu einem Ruhewald. Eine entsprechende Satzung für den Friedhof, die mittlerweile seit Januar in Kraft getreten ist, beschloss die Politik einstimmig.

In dem Bestattungswald „Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel“, der nach Kästorf der zweite im Landkreis Gifhorn und der vierte in der Region ist, werden biologisch abbaubare Urnen beigesetzt werden. Wie unsere Zeitung berichtete, ist Betreiber Julius Löbbecke inzwischen startklar, denn die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hatte früher als gedacht ihr OK gegeben.

Anfragen zu Beisetzungen können gestellt werden an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter (0160) 3039571.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 26.01.2021