2022 04 09az1Rosig ist irgendwie anders: 2022 fährt die Gemeinde Wasbüttel ein deutliches Minus von 123.200 Euro ein. Das lässt sich teils über die Rücklage auffangen. In den Folgejahren klappt das wohl nicht mehr. Ein Haushaltssicherungskonzept mit spürbaren Einschränkungen droht.

Karin Betker aus dem Fachbereich Finanzen der Samtgemeinde Isenbüttel erläuterte dem Wasbütteler Finanzausschuss die Haushaltslage. Die Steuereinnahmen fielen im Großen und Ganzen genauso aus wie 2021, sehe man mal davon ab, dass 1.900 Euro mehr aus der Hundesteuer und 10.000 Euro mehr als Einkommenssteueranteil zu erwarten sind, sagte sie. Die mit Abstand höchsten Ausgaben sind die von Samtgemeinde Isenbüttel und Landkreis Gifhorn erhobenen Umlagen.

Welchen Anteil die Mitgliedsgemeinden daran jeweils zu tragen haben, wird anhand der Steuerkraft errechnet. Die ist in Wasbüttel zwar nicht wirklich gestiegen, dennoch falle der Anteil diesmal etwas höher aus als 2021. Ursächlich sei eine sinkende Steuerkraft in Isenbüttel. Die lasse die Anteile der übrigen Mitgliedsgemeinden steigen, sagte Betker. Und Vorsitzender Andreas Trusch ergänzte: „Ich habe es mal ausgerechnet. Die Umlagen machen 87 Prozent unserer Ausgaben aus.“ Großen Handlungsspielraum lasse das den Wasbüttelern – wie allen kleinen Gemeinden – nicht.

Im Ergebnishaushalt zeichnet sich 2022 nach ein paar Änderungen ein Minus von 123.200 Euro ab, das durch die Rücklage abgefedert wird. „Sie wird aber komplett aufgezehrt“, sagte Betker. Fürs Jahr 2023 rücke damit ein Haushaltssicherungskonzept in den Fokus. Das würde vor allem freiwillige Leistungen verbieten, etwa Zuschüsse an Vereine. Und die Gemeinde könne auch froh sein, schon 2022 das 1000-jährige Bestehen zu feiern. Solch ein Fest würde das Haushaltssicherungskonzept nicht erlauben, obwohl man dabei mit einem überschaubaren Minus von nur 5.000 Euro kalkuliert. Ein Highlight der Feierlichkeiten verriet Bürgermeister Jean-Claude Freund: Hubschrauberrundflüge! „Dafür können sich Interessierte schon jetzt übers Gemeindebüro anmelden“, sagte er. Eine Hoffnung bleibt übrigens: Bereits für die Saison 2021 hatte man ein höheres Defizit erwartet, als letztlich erzielt worden ist. Von 173.000 Euro war man ausgegangen, das vorläufige Endergebnis bezifferte Betker jetzt mit einem Minus von nur noch 18.000 Euro. Schon damals drohte der Gemeinde ein Haushaltssicherungskonzept, das gerade noch einmal abgewendet wurde. Vielleicht gelingt das ja auch diesmal, zumal „der Corona-Knick eigentlich überwunden und mit einem Aufwärtstrend zu rechnen ist“, sagte Betker. Andernfalls müsste man eine Steuererhöhung ins Auge fassen.

Bürgermeister Freund berichtete noch, dass nach coronabedingter Pause in diesem Jahr im Dorf erstmals wieder ein Osterfeuer steigt. „Allerdings nur in kleinem Rahmen ohne Ausschank und Grill. Getränke müssen die Besucher selbst mitbringen“, sagte Freund. Strauchschnitt kann am Samstag, 9. und 16. April, zwischen 9 und 13 Uhr angeliefert werden.

Aus der Allerzeitung vom 09.04.2022, Foto: Christian Albroscheit/Archiv