2021 07 16bz1Der Weg ist frei: Am Wasbütteler Kastanienhof können die Sanierungsarbeiten durch die Investoren Marcel Kramer und Sina Geppert beginnen. Der Gemeinderat beschloss am Mittwochabend einstimmig die dafür nötige Änderung des Bebauungsplans.

„Demnächst stehen die Gerüste da“, freute sich Bürgermeister Hartmut Jonas. Negative Stellungnahmen habe es nach der Auslegung nicht gegeben, im Gegenteil: Die Koordinierungsstelle der Naturschutz- und Umweltverbände sei erfreut, dass das Gebäude wieder aufgebaut wird. Lediglich die Denkmalschutzbehörde habe Bedenken bezüglich der geplanten Dachfarbe Anthrazit angemeldet, weil weitere Baudenkmäler mit roten Dächern in der Nähe stehen. Aber: „Viele Häuser in der Umgebung haben auch dunkelgraue Dächer“, so Jonas – unter anderem eine Wellblechscheune.

Besitzer Kramer freute sich, dass der B-Plan nun die Wunschfarbe zulässt. Er wisse aber auch, dass die Behörde noch nachträglich Auflagen machen könne. Ernst Lütje (CDU): „Wir wollen den Investoren nicht noch Steine in den Weg legen.“ Manfred Altenkirch (Grüne) hat auch nichts gegen dunkle Dächer: „Wir wollen das Ortsbild am Ortseingang erhalten, ein Teil des Kastanienhofs hat ja jetzt auch ein dunkles Dach.“

Weniger erfreulich sind die Aussichten für den laufenden Wasbütteler Haushalt, wie Jonas berichtete: „Wir steuern auf ein Defizit von 173.000 Euro zu.“ Daher schlage die Verwaltung vor, die Nutzungsgebühren für Gemeinschaftseinrichtungen „mit Augenmaß anzuheben“. Demnach soll der Grillplatz 1,50 Euro statt 1 Euro pro Person kosten, die Stube der Alten Schule zum Beispiel 90 statt 70 Euro für vier Stunden und der Bürgertreff in der Bürgerbegegnungsstätte 220 statt 200 Euro.

Neu sind zusätzlich Endreinigungsgebühren von 30 beziehungsweise 40 Euro sowie Stornogebühren. Jonas: „Manche haben nämlich auf Verdacht gebucht und nicht wieder abgesagt.“ Auch sollen künftig Wasbütteler vorrangig berücksichtigt werden, wenn es zum Beispiel um Konfirmationstermine geht.

Teurer werden auch die Hundesteuern in der Gemeinde. „Wasbüttel hinkt hinterher“, so Jonas. Die Gebühren für den ersten Hund (42 Euro), den zweiten (63) und jeden weiteren (84) wolle man zum 1. Januar 2022 auf 55, 80 und 110 Euro anheben. Das fand die Zustimmung aller Ratsmitglieder. Die letzte Satzungsänderung habe 2004 stattgefunden, hatte Altenkirch recherchiert – „fast 20 Jahre her, dann haben wir mit der Erhöhung nicht einmal die Inflation erschlagen.“ Auch auf die kostenlose Ausgabe von Hundekotbeutel will die Gemeinde nun als Sparmaßnahme verzichten.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 16.07.2021, Foto: Daniela Burucker