2021 05 04az1Den Weg für Erhalt und Umnutzung des Kastanienhofes ebnete Wasbüttels Rat in seiner Präsenzsitzung in der Bürgerbegegnungsstätte am Donnerstagabend. Zudem ging es ums Plakatieren im Dorf und um die Frage, wie es eigentlich mit der Festwoche zu 1000 Jahren Wasbüttel aussieht.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die öffentliche Auslegung der Änderung des Bebauungsplanes „Ortskern“ im beschleunigten Verfahren. Zuvor hakte Ernst Lütje (CDU) nach, warum dort schwarze Dacheindeckung erlaubt werden soll. Der Investor und sein Architekt wünschten sich aus optischen Gründen einen Kontrast zwischen Fassade und Dach, erklärte Bürgermeister Hartmut Jonas. Investor Marcel Kramer – weit übers Dorf hinaus bekannt durch seinen Black Palm Rum – sagte, dass er zwar ein anthrazitfarbenes Dach vorsehe, die rote Klinkerfassade aber erhalten bleibe. Plakatwerbung für Veranstaltungen ist entlang der Straßen – pandemiebedingt – zwar nur noch selten im Dorf zu sehen. Aber irgendwann ist Corona vorbei, und dann möchte die Gemeinde gewappnet sein. Kostenlos wird Plakatieren künftig nicht mehr möglich sein – zumindest nicht für kommerzielle Veranstalter. Die vom Rat einstimmig beschlossene Sondernutzungssatzung sieht eine Gebühr von 55 Euro vor. Zudem erlaubt sie der Gemeinde, nicht fristgerecht wieder entfernte Plakate zu entsorgen und die Kosten dafür den Veranstaltern in Rechnung zu stellen. Von der kostenpflichtigen Neuregelung ausgenommen sind Plakate örtlicher Vereine, der Feuerwehr, des DRK und in Wahljahren auch von politischen Parteien.

Für die im September 2022 geplante 1000-Jahr-Feier seien einzelne Dorfbewohner schon aktiv. Allerdings sei es wegen Corona schwierig, die Vereine und Gruppen im Dorf einzubinden. Auch habe man mit dem Zeltverleih bisher nur Vorverträge geschlossen, erklärte Bürgermeister Hartmut Jonas. Wunsch sei, „nicht alles auf ein Wochenende zu konzentrieren“, ergänzte Manfred Altenkirch (Grüne). Man wolle vielmehr eine Festwoche gestalten. Ideen seien willkommen. Es sei aber der Pandemielage geschuldet, dass man von Mitwirkenden bisher kaum konkrete Zusagen erhalten habe: „Die Leute haben derzeit einfach andere Sorgen. Da ist das Dorfjubiläum noch ganz weit weg“, sagte Jonas. Verwaltungsmitarbeiterin Ute Schrot erklärte, dass die Gemeinde unterstützend aktiv sein werde, aber es personell nicht leisten könne, die Festwoche federführend zu organisieren.

Die Grundschule möchte ihr grünes Klassenzimmer erhalten. Dafür sucht sie nach Baumscheiben mit einem Durchmesser von 30 und einer Höhe von 40 Zentimetern. „Die Gemeinde hat derzeit leider kein Holz in dieser Größe“, bedauerte Hartmut Jonas. Der Bürgermeister rief alle Wasbütteler auf, der Schule entsprechende Holzblöcke als Sitzmöbel zu spenden.

Im Herbst wird eine neue Abwasserdruckleitung durchs Dorf gebaut. Sie führt von den Klärteichen, die dann stillgelegt werden sollen, über den Martinsbütteler Weg, Im Winkel, Köwecken und Immenweg durch die Feldmark bis zu Der Hof in Isenbüttel. Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass die Frist zur Bedarfsermittlung für Glasfaseranschlüsse bis 17. Mai verlängert wurde. Noch reicht das Interesse für den Baubeginn im Dorf nicht aus.

Aus der Allerzeitung vom 04.05.2021, Foto: Ron Niebuhr