2021 02 05az1Für die Umnutzung des ehemaligen Kastanienhofes hat Wasbüttels Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend den Weg geebnet. Bei nur einer Gegenstimme sprach sich die Runde mehrheitlich für die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes „Ortskern“ aus. Weitere Themen waren der Haushaltsplan, Glasfasernetzausbau und der Bau einer Erdgastransportleitung.

 

Für den Kastanienhof hat man nach langer Suche einen Investor gefunden. Der möchte das historische Gebäude so umbauen, dass darin acht Wohnungen entstehen und auch eine mit dem Umfeld verträgliche Gewerbenutzung möglich ist. Der im September 2006 rechtskräftig gewordene Bebauungsplan „Ortskern“ allerdings lässt das bisher nicht zu. „Die Vorschriften sind sehr eng gefasst“, sagte Hartmut Jonas. Der Bürgermeister verwies unter anderem auf die maximal zulässige Bebauung von nur 35 Prozent des Grundstücks und die stark beschränkte Zahl erlaubter Wohneinheiten. Die von der Verwaltung vorgeschlagene und vom Rat beschlossene Planänderung sieht vor, das Grundstück als urbanes Gebiet gemäß der geplanten Nutzung auszuweisen. Der Haushaltplan fürs Jahr 2021 ist ausgeglichen. Doch wohl schon 2022 dürfte das nicht mehr der Fall sein, denn man habe bei der Einkommenssteuer große Einbußen zu verzeichnen, erklärte Jonas. Die ließen sich zwar noch über die Rücklage auffangen. Allerdings werde die Luft für kleine Gemeinden wie Wasbüttel auch wegen der zu leistenden Kreis- und Samtgemeindeumlage immer dünner, sagte Jonas. Der Rat stimmte dem Haushaltsplan zu.

Ebenfalls keine Einwände gab es gegen den Bau einer Erdgastransportleitung durch die Gemarkung Wasbüttel. Sollten dafür Bäume gefällt werden, wie jetzt eine Birke, würden diese selbstverständlich von der Gasunie Deutschland Transport Services GmbH ersetzt, versicherte Jonas. Vom Ausbau des Glasfasernetzes durch die Flensburger Net Services GmbH unter der Marke Giffinet könnte auch Wasbüttel profitieren, sofern sich dort mindestens 60 Prozent der Hauseigentümer für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Beim Anschluss öffentlicher Gebäude sah der Rat noch Klärungsbedarf hinsichtlich des Gebührentarifes: „Gelten wir als Privat- oder Gewerbekunden?“, nannte Jonas die wesentliche vom Anbieter bisher unbeantwortete Frage. Der Rat vertagte den Beschluss über den Anschluss öffentlicher Gebäude daher.

2021 02 05az2Bürgermeister Jonas berichtete zudem, dass im Klageverfahren gegen das Baugebiet Heidkamp nun der Termin für die mündliche Verhandlung vorm Oberverwaltungsgericht in Lüneburg feststeht: 24. Februar. „Wir hoffen, dass das Gericht zu einer für uns positiven Entscheidung kommt“, sagte Jonas. Dann könnte man endlich einen Schlussstrich ziehen und neues Bauland schaffen. „Wir merken ganz einfach, dass in der Gemeinde junge Leute fehlen“, sagte er.

Ein positives Fazit zog Bürgermeister Jonas im Kampf mit natürlichen Mitteln gegen den Eichenprozessionsspinner. „Wir haben 100 Nistkästen für Vögel gebaut und aufgestellt“, berichtete er. Gut 90 Prozent davon seien belegt gewesen, überwiegend mit Meisen. „Das ist eine tolle Sache und ein großer Erfolg“, freute er sich. Die Population des Eichenprozessionsspinners sei durch die Ansiedlung der Meisen als natürliche Fressfeinde deutlich zurückgegangen. Zwar seien immer noch rund 20 Bäume befallen gewesen. Doch waren die Plagegeister wesentlich leichter zu entfernen, da sie diesmal direkt unter den Nistkästen saßen. „Wir konnten sie mit Bordmitteln beseitigen“, erklärte Jonas.

Aus der Allerzeitung vom 05.02.2021, Fotos: Christina Rudert, Archiv, Ron Niebuhr

Siehe auch

20. Januar: Vermarktung für weiteren Glasfaserausbau startet