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2020 12 24az1Wasbüttels Bürgermeister Hartmut Jonas warb jetzt im Isenbütteler Samtgemeinderat dafür, dem Wunsch einiger Bürger aus dem Dorf zu folgen und auf dem dortigen Friedhof Flächen für anonyme Erdbestattungen auszuweisen. Gegenwärtig könnte man einen noch freien Bereich von knapp 150 Quadratmetern dafür nutzen. „Das reicht für 15 bis 18 Gräber“, schätzte Jonas. Man habe im Dorf jährlich 40 anonyme Urnen- sowie ein bis zwei anonyme Erdbestattungen. Darüber hinaus beantragte Jonas, auf dem Friedhof Blühstreifen anzulegen. Setze man auf ganzjährig blühende Mischungen, steige der Pflegeaufwand nicht. „Die Streifen müssen nur einmal im Herbst gemäht werden“, sagte er. Mit den Blühstreifen könnte man einen Gegenpol setzen zu den zunehmend wie Steingärten gestalteten Grabflächen: „Die haben mit Natur nichts mehr zu tun.“

 

Hans-Werner Buske (CDU) lehnte Blühstreifen auf Friedhöfen ab. Wenn man in Wasbüttel mehr Grün wünsche, könne die Gemeinde „auf ihren eigenen Flächen gern überall im Dorf Blühstreifen anlegen“, meinte er. Parteikollege Jochen Gese dagegen regte an, die Friedhofssatzung so zu ändern, dass Grabflächen nicht mehr wie Steingärten gestaltet werden dürfen. Zudem könnte man dauerblühende Hecken pflanzen, um etwas für Insekten zu tun. Und wenn es nach Hella Klinge (SPD) ginge, „gäbe es auf allen Friedhöfen große Blühstreifen. Das verletzt doch von niemandem die Würde, wenn man die Natur einfach wachsen lässt“, sagte sie.

Jonas’ Antrag fand keine Mehrheit, ebenso wenig Buskes generelle Absage an Blühstreifen auf Friedhöfen. Und den Beschlussvorschlag des Samtgemeindeausschusses, eine Erweiterung des Wasbütteler Friedhofes für anonyme Erdbestattungen zu prüfen und Blühstreifen auf bisher ungenutzten Erweiterungsflächen der Friedhöfe anzulegen, lehnte der Rat ebenfalls mehrheitlich ab.

Das Thema beschäftigt die Politik also noch länger. Grünes Licht gab man dagegen einstimmig für einen Bestattungswald in Ribbesbüttel und Urnenbeisetzungen unter Bäumen auf Allerbüttels Friedhof.

Aus der Allerzeitung vom 24.12.2020, Foto: Ron Niebuhr