Vierter Anlauf für das Baugebiet Heidkamp. Ob der Weg mit dem neuen Ratsbeschluss für den Bebauungsplan geebnet ist, oder die Politik damit nur die nächste Episode einer unendlichen, von Klagen geprägten Geschichte eingeläutet hat, steht allerdings in den Sternen.

 

Ausgangspunkt des Schlamassels war die Klage von Anliegern, die die Zufahrt über den Immenweg verhindern wollten. Stattdessen bemängelte das Gericht den zu geringen Abstand der Bäume des „Wäldchens“ zur angedachten Bebauung. Damit war Wasbüttel landesweit die erste Gemeinde, die mit einem B-Plan am Waldabstand gescheitert war. Daraufhin hat der Planer nachgebessert. Der Wald wurde entwidmet, ein Pflegekonzept erarbeitet, eine Ausgleichsfläche in Ausbüttel nachgewiesen und der veränderte B-Plan nochmals ausgelegt. „Was auf den ersten Blick wie ein Formaltrick aussieht, ist laut Gesetz zulässig“, versicherte Rechtsanwalt Christoph Eichhorn der besorgten Politik. Aus seiner Sicht, hat die Gemeinde mit dem ins Feld geführten öffentlichen Interesse an der Schaffung von Bauland gute Aussichten, dass das Gericht sein Veto nicht einlegt, sofern es erneut angerufen wird. Dass das geschieht, scheint einkalkuliert.

„In spätestens einem halben Jahr sind wir schlauer“, sagte Eichhorn. „Aber auch im schlechtesten Fall, ist das Baugebiet nicht gestorben.“ Wenn der Waldabstand von 10 auf 25 Meter heraufgesetzt würde, wären 16 von 40 Bauplätzen weg. Statt aus Sicherheitsgründen von vorneherein so zu verfahren, ging der Rat aufs Ganze. „Wenn wir jetzt zustimmen, gibt es eine reelle Chance“, brachte es Ratsmitglied Manfred Alternkirch auf den Punkt. „Anderenfalls würden wir den Bauherrn einen Bärendienst erweisen, weil bei einer kleineren Fläche die Kosten für den einzelnen steigen.

Aus der Gifhorner Rundschau vom 19.02.2020