2018 12 21az1Den Kastanienhof für Wasbüttel bewahren – diese Idee verfolgt ein inzwischen elfköpfiger Verein. Unterstützung erfährt er durch den Gemeinderat. Dieser ebnete jetzt mit zwei Beschlüssen den Weg für die Überprüfung der Bausubstanz des historischen Gebäudes.

 

„Aus der Initiative zur Rettung des Kastanienhofes ist jetzt ein Verein geworden“, berichtete Bürgermeister Hartmut Jonas. Dessen elf Mitglieder berief der Gemeinderat bei nur einer Gegenstimme zu ehrenamtlichen Helfern. Somit handeln sie mit ausdrücklicher Einwilligung der Gemeinde und „sind gesetzlich unfallversichert“, erklärte Jonas. Sollte der Verein weitere Mitglieder aufnehmen, behält sich der Rat vor, auch über deren Berufung ins Ehrenamt zu entscheiden.

Zudem willigte der Rat ebenfalls bei nur einer Gegenstimme ein, mit der Samtgemeinde ein bis 30. September 2019 befristetes, unentgeltliches Nutzungsrecht für den Kastanienhof zu vereinbaren. Das ermöglicht es der Gemeinde und damit dem Verein, den Kastanienhof zu betreten. Bauliche Veränderungen, etwa teilweise Abbrüche, sind nur im Einvernehmen mit der Samtgemeinde gestattet. Im Gegenzug übernimmt die Gemeinde bis zum Vereinbarungsende die Verkehrssicherungs- und Unterhaltungspflichten. „Die Samtgemeinde bleibt Eigentümerin des Kastanienhofes“, sagte Jonas.

Ernst Lütje (CDU) erklärte: „Es ist gut, dass wir das so machen.“ Denn der Verein brauche Zeit, um das Gebäude gründlich in Augenschein zu nehmen. Es bestehe Hoffnung, dass der Kastanienhof erhalten bleibt. „Wenn es klappt, haben wir alles richtig gemacht. Wenn nicht, haben wir nichts falsch gemacht“, sagte Lütje.

Der Verein hat Ideen zur Nachnutzung des Kastanienhofes entwickelt, zum Beispiel Zimmervermietung mit Café und Laden, Repair Café für Jung und Alt mit Workshops und offener Werkstatt, Gesundheitshof mit Fitnessraum, Therapieangeboten und ärztlicher Sprechstunde oder mobiles Arbeiten und Co-Working-Spaces.

Aus der Allerzeitung vom 21.12.2018, Foto: Ron Niebuhr (Archiv)