2015 05 30az3Auch in Calberlah war die Beteiligung am Infoabend zur Einheitsgemeinde eher spärlich. Die Anwesenden allerdings wollten gerne an der Entscheidung über die Umwandlung der Samt- in eine Einheitsgemeinde beteiligt werden.

Eine Bürgerbefragung sei nicht vorgesehen, betonte Samtgemeindebürgermeister Hans-Friedrich Metzlaff. Zumal die Frage sei, „wie hoch die Beteiligung wäre". Anmerkung aus dem Publikum: „Wenn die Bevölkerung wirklich interessiert wäre, wäre sie heute hier."

Ein wichtiges Thema für die Calberlaher war die Zuständigkeit des Ortsrates. „Alles, was das Ortsbild bestimmt, wird vom Ortsrat entschieden", sagte Erich Day vom Arbeitskreis Einheitsgemeinde. Allerdings werde das Budget vom Rat der Einheitsgemeinde festgelegt. Calberlahs Bürgermeister Jochen Gese stellte fest, dass Entscheidungen, die der Gemeindebürgermeister in engem Kontakt beispielsweise mit Vereinsvorständen treffe, künftig nicht mehr möglich seien.

Jürgen Wisch aus dem Arbeitskreis Einheitsgemeinde hatte an die Begründung der Politik 2008 erinnert, überhaupt über die Einheitsgemeinde zu sprechen: „Weil es immer schwieriger wird, Kandidaten für politische Ehrenämter zu finden", sollte Gremienarbeit reduziert werden. Christina Petzold, die sowohl im Gemeinde- als auch im Samtgemeinderat sitzt, stellte allerdings fest: „Für mich als Mandatsträgerin sehe ich in einer Einheitsgemeinde keine Verschlankung." Christiane Reimann befürchtete „einen Verlust an Individualität der Dörfer". Das sah Uwe Schrottke anders: „Es liegt bei uns, wie Individualität gelebt wird." Er vermutete, dass die Skepsis vieler Bürger mit Angst vor Veränderungen zusammenhänge, „aber meist sind es doch Veränderungen zum Besseren".

Aus der Allerzeitung vom 30.05.2015 / AZ Seite 17, Foto: Rudert


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