Ein blaurot gestreiftes Zelt, fünf quietschgelbe Anhänger und ein Traktor zieren seit einigen Wochen den Schützenplatz. „Eigentlich wollten wir nur ein paar Vorstellungen geben“, erzählt Michael Frank vom Zirkus Siola. „Jetzt überwintern wir aber hier.“ Warum?

„Reiner Zufall“, antwortet seine Mutter Emmi Csapai. Weitere Auftritte waren schon geplant, aber die Zirkusfamilie wurde vom Einbruch der Kälte überrascht.

 

»Zu dritt schlagen sie sich durch. Der 33-jährige Michael Frank und sein Stiefvater Imre Csapai (52) halten Zelt, Wagen und Requisiten in Schuss. Emmi Csapai (61) kümmert sich liebevoll um die vielen Tiere und klappert die Nachbardörfer rings um Wasbüttel ab – immer auf der Suche nach einem möglichen Auftritt.

Mit so einem harten Winter haben die Zirkusleute nicht gerechnet. Das Zelt ist nicht beheizt. Da fallen die Vorstellungen flach, schließlich will kein Gast im Kalten sitzen. Für die Öfen in ihren Wagen gehen der Familie so langsam Brennholz und Kohle aus.

Doch die Hilfe der Wasbütteler ist unvergleichlich. „Die Nachbarn geben uns Wasser und der Bäcker hat altes Brot für die Tiere vorbeigebracht“, erzählt Emmi Csapai. Der heilpädagogische Hof hilft mit Stroh aus und ein älterer Herr hatte schon mehrfach eine Ladung Brennholz unter dem Arm, wenn er die Zirkusleute besuchte. „Wir haben uns hier blitzschnell heimisch gefühlt.“ Kein Wunder bei so viel Hilfe. Doch was fehlt sind Auftritte. „Wir spielen in jedem Raum“ – Schulaula, Klassenzimmer oder Gruppenraum im Seniorenheim. Zu bieten haben die Zirkusleute eine ganze Menge: Artistik, Feuerschlucken, Taubenrevue und Clownerie.

Für Anfragen sind sie unter den Rufnummern 01520-7351498 sowie 0174-4935398 zu 

erreichen.

Quelle: Allerzeitung vom 08.01.2009 / AZ Seite 18 Ressort: GLOK, Fotos: Nowak