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Wieso steht im Gemeindegarten ein Stein, der an die Versöhnung der Hohenzollern und Welfen erinnert? 

 

 

 

 

 

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Die Geschichte des Steins beginnt im Jahr 1913:

Im März des Jahres 1913 wurde in der Allerzeitung über fünf Steine berichtet, die für die Erstellung eines Denkmals anlässlich eines großen Volksfestes verwendet werden sollten:

Wasbüttel, 10. März, Naturdenkmal

Heute wurden hier zu einem Naturdenkmale, das in nächster Zeit in dem Grashofe des Landwirts Georg Gaus errichtet werden soll, fünf große Findlinge ins Dorf geschafft. 

Von den Steinen, die jeder ein ungefähres Gewicht von 35 Ztr. haben, wurden zwei in dem Acker des Ackermanns Höper, zwei in dem Acker des Ackermanns Glindemann und ein fünfter in dem des Landwirts Wilh. Gaus gefunden.

Gemeindevorsteher Hotop und Haussohn Arnold Glindemann transportierten diese Blöcke mittels Gespann an den Errichtungsort. Anfangs Juni wird im Anschluss an die Errichtung dieses Denkmals ein großes Volksfest hier abgehalten werden.

 

Am 10. Juni des selben Jahres wurde dann über das große Fest berichtet, bei dem auch das Denkmal - nämlich der Gedenkstein an die Versöhnung der Welfen und Hohenzollern - eingeweiht wurde:

Wasbüttel, 10. Juni, Vaterländisches Fest

Am Sonntag und Montag dieser Woche feierte unser Ort mit dem Gutsbezirk Martinsbüttel die Jahrhundertfeier und das 25jährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers

Schon Tage vorher waren fleißige Hände bemüht, unserm Ort ein Festgewand anzulegen. Wohl nie hat Wasbüttel einen solchen Festschmuck gehabt wie in diesen Tagen; alle Gemeindemitglieder und der ganze Gutsbezirk hatten zur Verschönerung des Festes Hand angelegt. Es war ein Volksfest im wahren Sinnes des Wortes. Viele Gäste waren von nah und fern gekommen; auch die Kriegervereine Isenbüttel und Calberlah waren der Einladung gefolgt. 

Nachdem die Schulkinder und die einzelnen Vereine Aufstellung genommen hatten, ging es unter den schneidigen Klängen der Gifhorner Stadtkapelle nach dem Denkmal. Hier sprach Fräulein Martha Lütje einen schwungvollen Prolog. Dann hielt Lehrer Stahmann die Festrede für die Jahrhundertfeier. Sein Hoch galt dem Vaterlande. Der dreistimmige Kinderchor sang darauf das Lied Freiheit, die ich meine.

Nun bestieg unser Gemeindevorsteher Hotop die Rednerbühne und feierte in schwungvollen Worten unter stets wachsender Spannung der großen Volksmenge Se. Majestät den Kaiser Wilhelm II. als Friedenskaiser und streifte in feindurchdachter Weise die Versöhnung zwischen Hohenzollern- und Welfenhaus. Kräftig wurde in das Kaiserhoch und die Nationalhymne eingestimmt. Darauf ließ der Gutsinspektor den Gedenkstein enthüllen und übergab ihn der Gemeinde Wasbüttel. Bei der Enthüllung gab die Gewehrabteilung des Isenbütteler Kriegervereins drei Salven ab.

Nachdem der Festzug beendet war, ging es im flotten Marschtempo nach dem schönen Festplatze. Hier wurde kräftig das Tanzbein geschwungen, insbesondere von der jungen Welt.

Auch der zweite Festtag verlief in der gemütlichsten Weise. Das Frühstück mundete vorzüglich und machte unserm neuen Gastwirt Fricke Ehre. Bei dem Rehbockausschießen wurden vortreffliche Schüsse abgegeben, und manch alter Nimrod zeigte seine sichere Hand und sein scharfes Auge.

Mit voller Zufriedenheit können die beiden Orte auf ihr Fest zurückblicken.

 Zum historischen Hintergrund: Mit der Schlacht von Langensalza 1866 beginnt die "Erbfeindschaft" zwischen Welfen und Preußen.
Erst 1913 versöhnen sich die Hannoveraner und die Hohenzollern endgültig. Die Hochzeit von Ernst August, dem Großvater der heutigen Welfenprinzen, mit der Kaisertochter Victoria Luise besiegelt den Friedensschluss. Ernst August wird Herzog von Braunschweig. Victoria Luise war bis zu ihrem Tod 1980 in Niedersachsen äußerst populär.

 

Dieses Denkmal stand an der Kreuzung Hauptstraße/Calberlaherstraße. Nach dem Ausbau der Kreuzung waren die Steine zunächst verschollen. Der oberste Stein mit der Inschrift wurde später wieder entdeckt und 2003 im Gemeindegarten aufgestellt.
Die Allerzeitung berichtete  darüber am 18.11.2003:

Verscholler Stein an exponierter Stelle

Wasbüttel (lk). Lange Zeit war er verschollen, jetzt steht er allerdings an exponierter Stel­le an der Hauptstraße im Wasbütteler Gemeindegarten: Der Gedenkstein mit der Inschrift „Versöhnung Hohenzollern Welfen". 

Am Sonntag gingen die Teilnehmer der Feier, die aus Anlass des Volkstrauertages am Ehrenmal auf dem Wasbütteler Friedhof stattfand, gemeinsam zum Gedenkstein, wo Dieter Knospe die Ge­schichte der Steine erläuterte.

„In fast jedem Ort steht ein Stein, der an die Jahrhundert­feier 1913, der Versöhnung der beiden Adelsgeschlechter Hohenzollern und Welfen, des 25-jährigen Regierungsju­biläums und des Kaisergeburtstages erinnert", erläuter­te Knospe, der sich mit der Heimatgeschichte beschäftigt.

Der Stein in Wasbüttel stand früher auf der Kreu­zung, war dann rund 30 Jahre nach dem Umbau verschollen. Jetzt ist er wieder in einem Garten aufgetaucht, die Schrift wurde neu ausgelegt und der gravierte Stein mit zwei weiteren im Gemeinde­garten aufgestellt. Der erhielt seinen Namen dadurch, dass 1870/71 sieben Eichen dort zum Andenken an die sieben teilnehmenden Wasbütteler Soldaten im Krieg gepflanzt worden waren.

„Er hat jetzt einen würdigen Platz gefunden", freute sich nicht nur Dieter Knospe son­dern auch Bürgermeister Lo­thar Lau. 

 

Auch in anderen Gemeinden wurden Denkmale errichtet - auf "weiter" klicken:

 

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