Initiative Dorfleben lädt zum morgigen Tag der offenen Tür ein - Bürger sollen Vorschläge machen.
In einem sind sich die Mitglieder der Initiative Dorfleben Wasbüttel sicher: Sie wollen die Alte Schule mit Leben füllen. Die Ideen dazu wollen sie morgen sammeln und vorstellen.


"Das hohe Ziel ist es, das Gebäude zu erhalten", meint Paul Lütje, "und das geht nur, wenn das Haus auch sinnvoll genutzt wird." Vor dem Kauf des Gebäudes hatten schon Schüler der Braunschweiger Technikerschule zusammen mit der Architektin Sigrid Sauß ein Raumnutzungsprogramm vorgestellt: oben Wohnung, unten Gemeindebüro und drei Gruppenräume. Vor allem Letztere gilt es, den Wasbüttelern näher zu bringen.
Eigens wegen der Alten Schule hatten sich im vergangenen Jahr 13Leute spontan zusammengefunden, um die Zukunft des alten Fachwerkgebäudes vorzubereiten. Seitdem sammelten sie zahlreiche Ideen: Frühstückstreff, Café oder gar Internet-Café, Krabbelgruppen, gemütliche Kartenspielrunden, Elternstammtisch, Hausaufgabenhilfe für Schüler, Musikabende, Vorlesungen - selbst ein Genossenschaftsladen steht zur Diskussion. "Allein kulturell gibt es 1000 Möglichkeiten", meint Margit Till. Nur eins sei wohl schon ausgeschlossen: eine kommerzielle Lösung. "So etwas wie ein Backshop würde alles blockieren", so Klaus Brandt. Die Initiative wolle auf die Räume nicht mehr verzichten.
Nun wollen die Dorfleben-Mitglieder den übrigen Bürgern aber nicht einfach etwas aufs Auge drücken. "Wir wollen alle mit einbeziehen", so Manfred Altenkirch. Die Alte Schule soll eine breite Basis haben. Deshalb findet morgen ein Tag der offenen Tür statt. Von 11 bis 16 Uhr sind alle Wasbütteler eingeladen, ihre eigenen Vorstellungen mit einzubringen - mit den Dorfleben-Mitgliedern bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst über die bisherigen Ideen zu diskutieren. "Wir sind offen für alles Neue", sagt Uwe Möhle.
Es soll ein kleines Dorffest werden, und die Gastgeber freuen sich über Wasbütteler, die einst im alten Haus zur Schule gegangen sind. Vielleicht mag der eine oder andere noch Geschichten von damals zum Besten geben. "Wir wollen einfach, dass die Leute mal reinschauen können", so Sauß, "denn sonst sind die Räume ja verschlossen."
Kommenden Donnerstag, 11. September, sollen schließlich alle Vorschläge gesammelt und ausgewertet werden (Bürgertreff, 19 Uhr) - auch dazu sind die Bürger eingeladen. Und wenn nichts dazwischen kommt, könnte es mit dem Umbau des Gebäudes schon 2009 losgehen - wenn die Mittel des europäischen Förderprogramms Ilek genehmigt sind.

Fotos: Reiner Silberstein. Gifhorner Rundschau, Wolfsburg, 5. September 2008, Gifhorn Lokales, Seite G06
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2005