Und wieder eine neue Idee für die Alte Schule: Erstmals fand dort eine abendfüllende Lesung statt. Gedichte und Geschichten von Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch und Erich Kästner trug Theaterschauspieler Rolf Weise vor: „Das Leben ist gar nicht so, es ist ganz anders... wussten sie das schon?“ Knapp 40 Wasbütteler hörten gespannt zu.
Sigrid Sauß freute sich, zur Premiere in „unserem kleinen Kulturhaus“ gleich einen Hochkaräter zu begrüßen.
Rolf Weise, gebürtiger Celler und derzeitiger Wahlberliner, hat sein ganzes Leben vom Theater geträumt. Als Jugendlicher hat er eine Theatergruppe – mit Schwerpunkt auf Ringelnatz und Tucholsky – mitgegründet. Er war Statist am Celler Schlosstheater, seine erste Rolle: ein Büttel in Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“. Gelernt hat Weise den Beruf des Schriftsetzers, er hat unter anderem als Korrektor gearbeitet. Die Leidenschaft fürs Schauspiel erlosch nie, in seiner Freizeit widmete sich Weise dem Laientheater. „Mit 17 Jahren wollte er professionell Theater spielen, mit 71 Jahren hat er es geschafft“, sagte Sauß. Am Schlossparktheater in Berlin. Dort gibt er ab Ostern übrigens den Faust.
In Wasbüttel glänzte Weise mit der Lesung zu Tucholsky, Ringelnatz & Co. Man merkte ihm die Bühnenerfahrung an: wohl dosierte Mimik und Gestik, kräftige und klare Stimme, bewusste Betonung.
aus der Allerzeitung vom 20.02.2012