Dorfgeschichte kann spannend, unterhaltsam und lehrreich sein. Man muss sich nur die Mühe machen, sie zu ergründen – so wie ein Stammtisch in der Alten Schule. Mit der Geschichte der Kriegsflüchtlinge im Ort hat sich die Gruppe bereits auseinander gesetzt. Jetzt läutete Christine Linne die zweite Runde ein: den „Blick in die Vergangenheit“.

Mit historischen Fotos begeben sich Wasbütteler auf Spurensuche im Dorf. Am jeweiligen Entstehungsort lichten sie die aktuelle Szenerie ab. Die historische Aufnahme halten sie dabei ins Bild: „So hat man den direkten Vergleich“, erklärt Linne.
Die Fotos dienen als Grundlage für dorfgeschichtliche Abende: Wie und wo hat sich Wasbüttel verändert? Was heißt das für die Wasbütteler?
Die Abende laufen locker ab: „Hier hält niemand endlose Monologe“, betont Linne. Es geht um regen Gedankenaustausch. Wer erinnert sich woran? Daten und Fakten möchte die Gruppe sammeln, aber auch Alltägliches und Anekdoten. Zeitzeugen sind gefragt – von damals und heute: Welche Bedeutung hatten Plätze oder Gebäude früher, wie nimmt man sie jetzt wahr?
„Wir möchten Jung und Alt miteinander ins Gespräch bringen“, sagt Linne. Eine generationsübergreifende Geschichtswerkstatt soll entstehen.

Den Auftakt machte die Schmiede Scheller. Rund 30 Wasbütteler – darunter Inge Scheller, Schwiegertochter des Dorfschmieds Ernst Scheller, und Geselle Günter Gnoth – erzählten, wie sich Gebäude und Arbeit entwickelt haben. Man habe an-, aus- und umgebaut, sich den Wünschen der Kunden angepasst: „Anfangs haben wir Wagenräder verstärkt, später haben wir große Landmaschinen instand gesetzt“, berichtete Scheller.

Aus der Allerzeitung vom 20.08.2011 / AZ Seite 19, Foto:  Ron Niebuhr