230 Flüchtlinge galt es im Jahre 1945 in Wasbüttel aufzunehmen: Sie kamen in den letzten Kriegstagen aus Premslaff, dem heutigen Przemyslaw in Pommern. Über die Geschichte der 28 Tage dauernden Flucht der einstigen Neubürger informierte Heino Fründt interessierte Zuhörer jetzt bei einer ganz besonderen Geschichtsstunde in der Alten Schule.
Das „Lied von Pommern“ erklang im Hintergrund, und Heino Fründt trat ans Rednerpult. Zur bevorstehenden 1000-Jahr-Feier entschied er sich, tiefer in die Geschichte seines Heimatdorfes einzutauchen. „In Wasbüttel gibt es den Pommernring und die Grabstätte der Familie von Hagen, die einst aus Premslaff geflüchtet ist“, erklärte Fründt. Das war für ihn der Anstoß, „mehr über die Familie und die Flüchtlinge herauszufinden“.
80 Zuhörer verfolgten Fründts Erzählungen. Und als ganz besonderen Gast begrüßte er Mechthild Reinhard, Tochter von Helmut von Hagen.
Da dieser ein bekanntes Gesicht im Ort war, freuten sich die Wasbütteler ganz besonders, seine Tochter kennenzulernen. Sie lebt heute in Magdeburg. Fründt zeigte einen originalen Ortsplan von Premslaff und auch den Familienstammbaum der Familie von Hagen. Zudem zitierte er Passagen aus einem Buch, das Gustava von Hagen über ihr Leben geschrieben hatte.
„Es war nicht leicht für die Flüchtlinge, sich im Dorf zu integrieren“, fasste Fründt zusammen. „Es herrschte Wohnungsnot, und die Lehrer waren knapp – aber sie bekamen genug zu essen, und konnten ein neues Leben beginnen.“
Aus der Allerzeitung vom 27.04.2011 / AZ Seite 18 , Foto: Bauerfeld
(Heino Fründt hielt den Vortrag am 2.3.2011)