Eine der vielfältigen, neuen Aktivitäten unter dem Dach der Alte Schule Wasbüttel ist der offene Sprachenstammtisch des Dorfleben-Vereins. Im wöchentlichen Wechsel palavern die Teilnehmer in Englisch und Spanisch.
Ob in Englisch oder Spanisch, den Ton gibt jeweils Albrecht von Donop vor. Mit einer Britin verheiratet, langjährig beruflich im Ausland unterwegs und als Volkshochschuldozent in beiden Sprachen zuhause, bringt der Wasbütteler Ruheständler beste Voraussetzungen mit, um Sprache und Kultur beider Länder lebendig werden zu lassen.
Noch steckt die muntere Runde in den Kinderschuhen. Ein stures Konzept soll es auch nicht geben. Donop hat im Sinn, jeweils über ein wechselndes, von der Gruppe bestimmtes Thema zu diskutieren. "Wir wollen Spaß an der Sprache haben", betont er den unverbindlichen Freizeitcharakter des Angebotes. Es richtet sich nicht nur an Wasbütteler. "Auch Teilnehmer aus den anderen Mitgliedsgemeinden sind jederzeit willkommen", so Donop.
Um Neuen den Einstieg zu erleichtern, geht es mit einer Vorstellungsrunde los, für die auch eingerostetes Schulenglisch ausreicht. Wie in der Schule Name, Alter, Beruf und die Verbindung zur Sprache in fünf Sätze zu quetschen, kriegt jeder hin und die Lockerheit in der neuen Runde wächst.
Kosmetikerin, Rentner, Polizist und Briefträgerin haben sich diese Woche zusammengefunden. Ihre Beweggründe sind ganz unterschiedlich: "Ich möchte meine Sprachkenntnisse verbessern, weil ich sie vermehrt auch beruflich benötige", berichtet Polizist Wilfried Hoffmann aus Allerbüttel. Monika Brandenburg aus Wasbüttel möchte die Sprache nicht nur auf Reisen anwenden und Ulrike Petersen möchte sich auf die Schnelle für eine besondere Reise sprachlich fit machen. "Ich reise in zwei Wochen in die USA, weil dort mein Enkelkind zur Welt kommt", berichtet die Wasbüttelerin.
Beim Übersetzen einer E-Mail, die hautnah vom Erdbeben in Neuseeland berichtete, wird deutlich, wie sehr es aufs Detail ankommt, um die Bedeutung eines Satzes nicht zu verfremden. Reihum wird vorgelesen. Mal mit professionellem Slang, dann stockend wie ein Siebtklässler - aber am Ende verstehen sich alle.
"Und wieder was gelernt", freut sich Donop, nachdem in diesem Zusammenhang, die nicht allen bekannte Vokabel Engagement als Verlobung übersetzt wurde. Und die Teilnehmer erfahren, dass das Endlos-X unter einer Mail für tausend Küsschen und nicht für einen anonymen Absender steht.
Der Sprachenstammtisch des Wasbütteler Dorflebens trifft sich jeden Dienstag um 20 Uhr in der Alten Schule.
Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 10. März 2011, Gifhorn Lokales, Seite G05, Foto: Wimmer