Schwarz gepunktete Süßlippen und falsche Gitterfalter sind putzige Meeresbewohner. Sie schwammen Frido Krauel beim jüngsten Tauchgang im Roten Meer gerne vor die Linse. Abgesehen hatte es der Wasbütteler Hobbyfilmer aber auf Walhaie.

 Beeindruckende Aufnahmen der sanften Riesen zeigte er am Freitagabend in der Alten Schule. Nur in der Straße von Tiran, jener Meerenge zwischen Sinai und Saudi-Arabien, sind die bis zu 18 Meter langen, eher scheuen Kolosse gut anzutreffen. „Und selbst da braucht man viel Glück“, weiß Krauel.

Drei Wochen war er täglich bis zu fünf Stunden unter Wasser, maximal drei Minuten pro Tauchgang.

Anders als viele Gleichgesinnte verzichtet Krauel auf Pressluftflasche und Atemgerät – er hält einfach die Luft an. So erreicht der Wasbütteler Tiefen von maximal 20 Metern. Auch Gewichte braucht er kaum: „Die Kamera wiegt mit Gehäuse 12,5 Kilo. Die zieht mich gut nach unten“, erzählt er und schmunzelt.

Seinen Film zeigte Krauel ungeschnitten, die gut 40 Zuschauer erlebten auf Einladung des Wasbütteler Dorflebens Krauels Urlaub fast eins zu eins nach. Allerdings ohne die Pausen, in denen unter Wasser gar nichts passiert: „Manchmal nehme ich in fünf Stunden nur zehn Sekunden auf.“

Als erfahrener Taucher weiß Krauel, wann sich das Filmen lohnt. Etwa wenn er den Walhai erspäht. Menschen stehen übrigens nicht auf dessen Speiseplan: „Er frisst am liebsten Plankton“, sagt Krauel.

 

Aus der Allerzeitung vom 31.01.2011 / AZ Seite 15, Foto: Ron Niebuhr