Dem Klimawandel und seine Zusammenhänge durch eigenes Forschen auf den Grund zu gehen, war die Mission zweier Wasbütteler Grundschulklassen. Die Anleitung dazu gab ein Klimamobil, das auf seiner bundesweiten Tour gestern Station machte.
Wie entstehen Hurrikans, warum gibt es Wüsten, was ist Kohlendioxid und was hat es mit dem Weltklima zu tun? Diese und andere spannende Fragen wurden in spannenden, altersgerechten Experimenten geklärt. Was dazu gebraucht wurde, hatten Geo-Ökologin Lena Haller und Landschaftsplanerin Petra Haller im Bauch ihres grasgrünen Klimamobils über Deutschlands Straßen nach Wasbüttel geschafft. Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist die Schirmherrin des Projektes, für das sie unterwegs sind.
Zu Beginn schlüpften die jungen Forscher in weiße Kittel. Dann wurde das Klassenzimmer abgedunkelt und den Schülern anhand einer beleuchteten Erdkugel allerhand zu Wetter- und Klimabedingungen und den Auswirkungen des sich verändernden Weltklimas erklärt. "Wenn das Eis am Nordpol schmilzt, die Meeresspiegel steigen, Küstenregionen überflutet und Menschen obdachlos werden, ist das nicht mehr lustig", versuchte Haller, so locker wie möglich die dramatischen Auswirkungen zu vermitteln.
Warum dann auch die Winde stärker werden, konnte der von seinen Mitschülern als Windexperte benannte Nils spontan schon ziemlich gut erklären. Was dabei genau passiert, stellten die Schüler in einem einfachen Versuch nach. Mit einem glimmenden Räucherstäbchen wurde heiße Luft erzeugt. Die wurde in einem umgestülpten Küchenbehälter aufgefangen und mit Hilfe einer Taschenlampe beobachtet, was passiert.
Anne und Darina waren bei diesem Versuch ein Team: "Die warme Luft steigt hoch und die abgekühlte Luft wieder runter", stellten sie fest. "Und weil die warme Luft sich weit oben schneller bewegt, entstehen durch die Erderwärmung mehr Winde und Stürme", erklärt Haller die Zusammenhänge.
Weil vorbildliche Wissenschaftler ihre Ergebnisse für andere aufschreiben, füllten die Wasbütteler Jungforscher Protokollbögen aus. Sie erfuhren auch, was sie im Kleinen tun können, um der möglichen Klimakatastrophe gegenzusteuern. Nämlich Strom sparen, öfter Fahrrad fahren statt sich im Auto irgendwo hinbringen zu lassen und Müll vermeiden.
Aus der Gifhorner Rundschau vom 15. Dezember 2011