Sie zeigen, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich mit guten Argumenten für Verbesserungen stark macht. Drei Schülerinnen kämpften mit Erfolg für eine neue Busverbindung zu ihrer Schule (wir berichteten) - die Rundschau stellt die beiden vor. 

Seit Schuljahresbeginn besuchen Fenja-Marie Ina (10) und Carmen Schineller (10) die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule in Wolfsburg. Ihre Freundin Nele Birke (11) geht dort schon ein Jahr länger zur Schule. Dass die Busverbindung nicht günstig ist, war Schülern und Eltern bekannt.

 

"In Telefonaten und Briefen haben sich Eltern immer wieder erfolglos um Abhilfe bemüht", weiß Silke Gerkemeyer-Ina aus Gesprächen. Um unter einer Stunde Fahrzeit zu bleiben, mussten die Schüler bisher den Bus ab Calberlah nehmen. Viele wurden gar tagtäglich von den Eltern auf dem Arbeitsweg zur Schule chauffiert.

Das ist mit Ende der Weihnachtsferien zumindest morgens anders geworden. Die Linie 184 startet seitdem um 6.44 Uhr an der Wasbütteler Schule um nach weiteren Zustiegsmöglichkeiten an der Kreuzung Calberlaher Straße/Hauptstraße und am Baumkamp-West über Isenbüttel in 45 Minuten vor der Westhagener Gesamtschule zu halten. Möglich wurde das durch intensive Bemühungen von Bürgermeister Lothar Lau (CDU), die durch einen Brief der drei Mädchen ins Rollen kam.

Das Schreiben hatten sie in den Herbstferien verfasst, prompt folgte die Einladung zum Gespräch im Bürgermeisterbüro. "Herr Lau wollte Einzelheiten von uns wissen und versprach, sich dafür einzusetzen", berichtet Fenja-Marie, die hochzufrieden mit der neuen Lösung ist, die trotz aller Freude nur ein Schritt in der Schülerbeförderung Richtung Wolfsburg sein kann. Denn mittags stranden die Schüler nach wie vor in Calberlah oder Isenbüttel. "Es ist toll, morgens als erste einzusteigen und freie Sitzplatzwahl zu haben, denn spätestens in Isenbüttel wird der Bus rappelvoll", sagt Fenja-Marie. Um Argumente für einen weiteren Ausbau der Verbindung zu haben, sei es wichtig, dass alle Schüler den Bus tatsächlich nutzen. "Manche wissen noch nicht, dass es ihn gibt und haben sich nicht getraut einzusteigen", erinnert sich Carmen. Jetzt steigen jeden Morgen etwa zehn Kinder in Wasbüttel zu. Aus Sicht der Mädchen könnten es 30 sein, rechnet man die Schüler anderer Wolfsburger Schulen dazu, beinahe 50.

Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 14. Januar 2010, Gifhorn Lokales, Seite G05, Foto: Daniela Wimmer