Im früheren Wohnhaus ihrer Familie möchte Olga Diener eine betreute Senioren-Wohngemeinschaft einrichten. Beim Tag der offenen Tür konnten sich Interessenten informieren und die Räume in Augenschein nehmen.
Bereits am frühen Nachmittag waren beinahe 30 Interessierte durch das großzügige Haus gepilgert und hatten sich über Rahmenbedingungen der Unterbringung informiert. "Einige potenzielle Bewohner waren dabei, aber vorwiegend waren es Kinder, die für ihre Eltern geschaut haben", freut sich Diener über die unerwartet große Resonanz. "Es gibt hier viele ältere Leute, die nicht mehr allein leben können, aber nicht ins Heim wollen, sondern in räumliche Nähe zu Kindern und vertrauter Umgebung bleiben wollen", sagt Diener. In eigenen Zimmern lebend und trotzdem rund um die Uhr von einer Betreuerin und im Bedarfsfall von einem Pflegedienst betreut, könnten sie im Lerchenweg ein neues Zuhause in familiärer Atmosphäre finden.
Bei der Idee, wieder Leben in das leer stehende Haus zu bringen, wird Physiotherapeutin Diener von Anna Funk, Pflegedienstleiterin einer Wolfsburger Sozialstation, fachlich beraten. Auch Jill Heimann vom Seniorenbeirat der Samtgemeinde war unter den Besuchern. "Das ist eine gute Sache, denn es gibt hier viele, die allein nur noch schwer klarkommen, aber nicht wegwollen aus dem Dorf", weiß Heimann. Was sie kritisch sieht, sind die Kosten: "Viele verwitwete Frauen haben eine geringe Rente, hier kommen bei echtem Pflegebedarf schnell mehr als 1000 Euro zusammen."
Anna Funk führt dagegen die Pflegeversicherung und staatliche Unterstützungen ins Feld. Olga Diener hat der Tag ihren Ziel ein gewaltiges Stück näher gebracht, denn: "Eine Dame, hat sich vorhin spontan entschieden, aus dem Seniorenheim heraus hier einzuziehen", sagt Diener.
Gifhorner Rundschau, Wolfsburg, 27. Januar 2009, Gifhorn Lokales, Seite G05, Foto: Wimmer