Erst zehn Tage ist es jung: das internationale Jahr der Astronomie. Der Wasbütteler Hartmut Bornemann läutete es auf seine Art und Weise ein - er machte wieder einmal eine faszinierende Aufnahme am Sternenhimmel.

 

Genau 400 Jahre ist es her, dass Galileo Galilei eines der ersten Teleskope in den Himmel richtete. Er entdeckte, dass der Mond Krater hat, die Venus Phasen wie der Erdenmond zeigt, Monde um den Jupiter kreisen und der Saturn Ringe hat. Das war der International Astronomical Union (IAU) und der Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kulturen) Grund genug, das Jahr 2009 zu dem der Astronomie zu erklären - dem Steckenpferd des Wasbüttelers.
Und richtete sein Teleskop - technisch ein wenig ausgereifter als das von Galilei - auf den "Bubble-Nebel", eine Gaswolke, die immerhin einen Durchmesser von knapp zehn Lichtjahren aufweist. "Weit außerhalb unseres Sonnensystems findet man im Sternbild der Kassiopeia diese riesige leuchtende Wolke", so Bornemann. Im Zentrum befinde sich der Nebel, rund 11000 Lichtjahre von der Erde entfernt. "Wäre unsere Sonne im Zentrum dieser Blase, wäre unser nächster Sonnennachbar Alpha Centauri noch darin eingeschlossen." Die Ursache für dieses Phänomen sei ein heller, blauer und damit sehr heißer Stern, der einen Sonnenwind mit Gas auswerfe. Das energiereiche Sonnenlicht ionisiere das Gas und rege es zum Leuchten an.

Um den Nebel zu fotografieren, musste Bornemann sein Teleskop zwei Stunden und 40 Minuten ins All richten. Seine Digitalkamera machte derweil 28 Einzelbilder, die der Wasbütteler hinterher am PC wieder addieren musste. Die Schrittmotoren des rund 30 Kilogramm schweren Gestells glichen während der Aufnahmen computergesteuert die Drehbewegung der Erde aus.

"Mittlerweile habe ich mein Traumteleskop", so der Hobby-Astronom, der in neue Technik investiert hat, "ein Sechs-Zöller mit 1100 Millimeter Brennweite. Ich habe alles auf neue Beine gestellt."

Was erhofft er sich vom Jahr der Astronomie? "Hoffentlich viele neue Ergebnisse!" Gebannt verfolge der Wasbütteler alle neuen Berichte über Galaxien, der Geschwindigkeit unserer Milchstraße - "es sollen wieder ein paar Stundenkilometer mehr sein" - und über das Schwarze Loch in dessen Mitte.

Mit seinem Hobby hat Bornemann nun auch seinen Schwiegersohn angesteckt - der bekam das Vorgängerteleskop.
 

Gifhorner Rundschau, Wolfsburg, 10. Januar 2009, Gifhorn Lokales, Seite G03, Foto: Bornemann