Der Wasbütteler Klaus-Dieter Brandt hat ein gewaltiges Hornissennest im Garten
Es ist Bewegung im Luftraum, Starts und Landungen erfolgen im Sekundentakt. Schauplatz ist kein Großflughafen, sondern der Garten von Klaus-Dieter Brandt. Am Dachfirst der Holzhütte befindet sich ein riesiges Hornissennest. Für den Naturfreund Anlass, auf den oft falschen Umgang mit der bedrohten Tierart hinzuweisen.
Etwa 80 Zentimeter hoch ist das blassgelbe Gebilde aus unzähligen Waben, der Durchmesser beträgt geschätzte 40 Zentimeter, rund 600 Tiere sind darin zu Hause. An das Domizil der Saisongäste geht auch Klaus-Dieter Brandt nicht nah heran. "Zwar sind Hornissen nicht angriffslustig, aber durchaus wehrhaft, wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen", berichtet Brandt, der 20 Jahre lang für die Feuerwehr Wasbüttel als Wespenexperte im Einsatz war. Dabei wurde er von besorgten Hausbesitzern oft zu Hornissennestern gerufen. Ein derart großes Nest wie im eigenen Garten sei ihm dabei nie untergekommen. "Im Laufe der Jahre waren es beinahe hundert Fälle", erinnert sich Brandt, "jedesmal konnte ich die Betroffenen überzeugen, das Nest zu belassen".
Auch herkömmliche Wespennester würden von den Experten nur entfernt, wenn sie sich im direkten Wohnbereich befänden und zur echten Gefahr für die Bewohner werden könnten. Hornissen sind dagegen weit weniger angriffslustig als ihre kleineren Artgenossen, und als reine Fleischfresser, die Fliegen und Mücken auf dem Speiseplan haben, sogar nützlich für den Menschen.
Die Hornissen sind bei uns in ihrer Existenz stark gefährdet und seit 1987 durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt. Wer Nester entfernt oder zerstört dem drohen Strafen. Das dürfen nur kommunale Verwaltungen oder die Naturschutzbehörde.
Klaus-Dieter Brandt bezeichnet sich selbst als Wespenvater, das Wohlergehen der Tiere liege ihm sehr am Herzen. Die Gefährdung durch Hornissen werde oft übertrieben dargestellt. Dennoch: "Der Stich tut schon weh", meint Brandt, der während seiner Einsätze hundertfach leidvolle Bekanntschaften mit Wespen, Bienen und Hornissen gemacht hat.
"Man sollte die Völker mit Vorsicht, Respekt und Wertschätzung behandeln und sie bis zum Herbst gewähren lassen", meint Brandt. Intensiv hat er sich mit dem Verhalten der Tiere beschäftigt, die Jahr für Jahr zur Arterhaltung aus nur einer Wabe eine beeindruckende Heimstätte entstehen lassen.
Gifhorner Rundschau, Wolfsburg, 18. September 2008, Gifhorn Lokales, Seite G05
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2005
Weiterführende Informationen über die Hornisse bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hornisse