Land-E oder BS-Energy – oder das Stromnetz als Gemeinde in Eigenregie betreiben? Diese Frage stellen sich heute Abend die Wasbütteler Politiker.

Bereits vor zweieinhalb Wochen sollte der Rat hinter verschlossenen Türen darüber entscheiden, doch dazu kam es nicht. Heute geht die Diskussion weiter – und nach Kritik der SPD diesmal sogar öffentlich.
Bürgermeister Lothar Lau fehlte in der nicht-öffentlichen Sitzung offenbar die Mehrheit für die von ihm favorisierte Land-E. Nun steht der Punkt erneut auf der Tagesordnung, „dabei ist der Sachstand der gleiche“, kritisiert SPD-Ratsherr Alex Birke. Und Stefan Kreisel vermutet: „Der Bürgermeister musste seine Leute wohl erst auf Linie bringen.“
Unzufrieden sind die Sozialdemokraten vor allem damit, wie die Entscheidung über die Vergabe des Stromnetzes zustande kommen sollte: „Uns wurde nur ein Vertragsentwurf vorgelegt, den sollten wir abnicken“, berichtet SPD-Fraktionschefin Britta Schliephacke. Die Gemeinde würde sich für weitere 20 Jahre binden. „Dabei ist gerade so viel Bewegung auf dem Strommarkt – es wäre unvernünftig, nicht über Alternativen nachzudenken.“
40.000 Euro bekäme die Gemeinde jährlich von der Land-E. Sicher kein unangenehmer Geldregen, aber: „Das müssen die Bürger schließlich über ihre Stromrechnungen bezahlen“, beklagt Birke.
Alternativ könnte die Gemeinde den Netzbetrieb selbst in die Hand nehmen – frei von Atomstrom und vielleicht sogar günstiger für die Kunden. Die Diskussion wird also spannend.
Der Rat tagt heute ab 19.30 Uhr im Dorfkrug.
Aus der Allerzeitung vom 30.11.2010 / AZ Seite 19, Foto: Ron Niebuhr (Archiv)