Es gibt Themen, die einer gründlichen Diskussion bedürfen – so wie der Fußbodenbelag in einem Neubau. Dass die Wasbütteler Politiker die Sanierung der Alten Schule und die Erweiterung des Bürgertreffs ernst nehmen, wird spätestens jetzt deutlich: Innerhalb von nur drei Wochen wurde dazu nun die dritte Sitzung einberufen.

Der PVC-Boden passt ihnen nämlich nicht mehr – dabei haben sich die Wasbütteler Politiker erst im September für ihn entschieden.
Nun tritt der Rat erneut zusammen: Der alte Beschluss soll revidiert, ein neuer gefasst werden. Erst vor zwei Wochen ging es um ähnliche Themen. Blumen, Gardinen, Tischdeckchen: Wenn die Bauarbeiter abziehen und die beiden neuen Vorzeigehäuser der Gemeinde eröffnet werden, soll alles stimmen.
1000 Euro hatte der Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport dem Bürgermeister am 10. November zur freien Verfügung bewilligt – kleinere Ausgaben sollten damit gedeckt werden.
Nur einen Tag später traf sich der Gemeinderat: Es ging um Möbel und Geschirr für die Alte Schule und eine Küche für den Bürgertreff. Auch dafür wurde eine eigene Sitzung einberufen – zwar wurden beide Termine zeitgleich festgelegt, aber beides in einem Abwasch zu erledigen, war offenbar nicht möglich.
Während der Ratssitzung fiel den Politikern dann ein, dass der Fußboden im bestehenden Gebäudeteil nun – anders als geplant – doch erneuert werden sollte. Die Tagesordnung konnte aber nicht mehr geändert werden, eine weitere Sitzung wurde also nötig.
Dazu treffen sich die Politiker am Dienstag, 30. November, um 19.30 Uhr im Dorfkrug.

Womit befasst sich der Wasbütteler Gemeinderat wohl als nächstes? Grüne oder rote Vorhänge? Rosen oder Tulpen im Außenbereich? Plastik- oder Silberbesteck? Und am Ende folgen dann vielleicht noch ein paar Sitzungen, um vorangegangene Beschlüsse zu kippen und sich dann doch wieder fürs Gegenteil zu entscheiden.

Aus der Allerzeitung vom 24.11.2010 / AZ Seite 20, Foto: Nowak