Kurz nach der vergangenen Wahl schlossen sie ihn aus der Fraktion aus, nun steht er wieder auf ihrer Liste: Jürgen Heitmann will erneut für die SPD in den Wasbütteler Gemeinderat einziehen – seinen sogenannten Parteifreunden gefällt das zwar überhaupt nicht, etwas dagegen unternehmen können sie aber auch nicht.
Da dürfte sich mancher Wähler ganz schön wundern: Jürgen Heitmann steht auf Listenplatz fünf der Wasbütteler SPD. 2006 zog er bereits für die Sozialdemokraten in den Gemeinderat ein – nur wenige Monate später schmissen ihn die Genossen aber aus der Fraktion!
Der damalige Grund: Heitmann warf Fraktionschefin Britta Schliephacke und ihrem Mann Rolf (SPD-Fraktionschef im Samtgemeinderat) vor, ihn gemobbt zu haben, indem sie seine Kandidatur für den Rat nicht unterstützten. An den Fraktionssitzungen, die seit 20 Jahren im Hause Schliep- hackes stattfinden, könne er deshalb nicht teilnehmen. Das Vertrauensverhältnis war zerstört, eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich – die übrigen Fraktionsmitglieder zogen die Konsequenz und warfen Heitmann raus.
Doch das wollte er nicht auf sich sitzen lassen und klagte vor dem Verwaltungsgericht gegen den Rausschmiss.
Recht bekam aber die SPD-Fraktion. Der Richter kommentierte: „Es ist wie bei einer Fußballmannschaft – wollen die anderen nicht mit einem spielen, kann man auch nichts dagegen machen.“
Doch Heitmann kann. Als es nämlich neulich um die Aufstellung der SPD-Kandidaten für die Wahl im September ging, meldete sich Heitmann – zur Überraschung der übrigen Parteimitglieder. Doch da sie ihn damals lediglich aus der Fraktion ausschlossen, nicht aber aus der Partei, bleibt ihnen nun keine andere Wahl.
Aus der Allerzeitung vom 22.07.2011 / AZ Seite 15, Foto: Photowerk (jr Archiv)