Die Gemeinde Wasbüttel hat knapp 1900 Einwohner. Vielleicht schon im kommenden Jahr könnten es mehr werden. Der Bauausschuss diskutiert morgen (19.30 Uhr im Dorfkrug) über ein neues Baugebiet.
"Wir haben häufig Anfragen von Familien", sagt Bürgermeister Lothar Lau (CDU). Doch bisher habe man Bauwillige immer vertrösten müssen. "Nun haben wir gerade zwei Familien an Calberlah verloren. Die ziehen in das dortige Baugebiet am Sachsenweg III. Das hat mich nachdenklich gestimmt." Wasbüttel habe in den vergangenen Jahren rund 50Einwohner verloren - für Lau ein klares Zeichen, dass sich etwas tun muss. "Wir können nicht mehr warten."
Die Gemeinde hat gleich fünf Flächen zur Auswahl, die für die Ausweisung zum Baugebiet infrage kämen (wir berichteten exklusiv). Drei sind sogar bereits im Flächennutzungsplan berücksichtigt: Hinter dem Ahornring und am Martinsbütteler Weg könnten Gebiete mit bis zu 30 Bauplätzen entstehen, am Immenweg wären etwa 12 Bauplätze möglich. "Dort könnte man sofort mit der Planung beginnen", sagt der Bürgermeister. Und das hieße, schon im Herbst könnten die ersten Grundstücke verkauft werden.
Ebenfalls Potenzial hätten Flächen am Maschweg und an der Kreisstraße 64 Richtung Ohnhorst. Doch diese Areale hat die Samtgemeinde noch nicht im Flächennutzungsplan aufgenommen - und das kostet nicht nur Zeit, sondern auch zusätzliches Geld.
Für welches Gebiet sich die Gemeinde entscheidet - diese Frage will Lau dem Rat überlassen. "Ich habe einen Favoriten, aber den verrate ich noch nicht." Für ihn wäre eine Größenordnung von rund 20Bauplätzen sinnvoll.
Überzeugt ist er allerdings davon, dass die Vermarktung wie in Calberlah über das Bauamt der Samtgemeinde laufen sollte. Auch preislich orientiere man sich laut Lau vermutlich an demselben Niveau wie im Nachbarort: Rund 85 Euro pro Quadratmeter erschlossenes Bauland.
Weitere Themen: Gemeindeeigene Fotovoltaikanlagen auf Bürgertreff und MTV-Heim stehen zur Diskussion. Bis 30. Juni würde sich die Investition von bis zu 70000 Euro noch lohnen. Die Außenanlage des MTV-Heims muss geplant werden. Es geht um Erdarbeiten, Pflasterung und Bepflanzung.
Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 16. Februar 2011, Gifhorn Lokales, Seite G05
Kommentar von Reiner Silberstein:
Der Ansturm auf die Grundstücke in Calberlah hat die Wasbütteler aufhorchen lassen. Natürlich war auch der unschlagbare Preis nicht unschuldig daran. Keine Frage: Auch Wasbüttel ist ein sehr attraktives Dorf - ein neues Baugebiet zu ähnlichen Konditionen wie östlich des Elbe-Seitenkanals stünde dort sicherlich ebenfalls nicht lange leer.
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