Manchmal dauert es Jahre, bis ein extra angelegtes Storchennest von einem gefiederten Pärchen angenommen wird,. Oder es klappt nie. In Wasbüttel haben in diesem Frühjahr erstmals zwei Weißstörche ein neues Zuhause gefunden.

Das war für die Anwohner der Maschwiesen, auf denen seit 2007 ein hoher Mast mit Nestkorb steht, Anlass genug, den Saisonbesuch der unter Naturschutz stehenden Vögel mit einem eigenen Fest zu feiern.

Doch damit nicht genug, denn am 3.Juni schlüpften drei Junge aus ihren Eiern, die das Pärchen gelegt hatte. "Es ist schon ein toller Anblick, diese stolzen Vögel oben auf dem Nest zu sehen", freute sich Karl-Heinz Fricke, der bereits Ende der 90er Jahre einen Versuch unternommen hatte, Störche auf seinem Schornstein anzusiedeln.

Fricke gehört zur Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch, die das neue Nest über den Wiesen errichtet hat. "Wir sind schon ein wenig stolz, dass wir auf diese Weise aktiv etwas für den Naturschutz tun können", sagte Henning Alpers, dem die Wiese am Ortsrand gehört.

Zusammen mit vielen seiner Nachbarn beobachtete Alpers, wie der Kreis-Storchenbeauftragte Hans Jürgen Behrmann die drei Jungtiere beringte, um deren weiteren Lebensverlauf dokumentieren zu können.

Über die zahlreichen Besucher freute sich besonders Klaus Brand, Vorsitzender des Weihnachtsmarkt-Vereins, der zu dem Fest eingeladen hatte. "Mit unserem Verein wollen wir neben solchen Naturschutzprojekten auch die Schule in Wasbüttel, aber vor allem auch die Kinder-Krebs-Hilfe unterstützen", erklärte Brand. Ein solches Storchenfest könne er sich in jedem Frühjahr vorstellen, vorausgesetzt, die Tiere finden immer wieder zu ihrem sommerlichen Zuhause in Wasbüttel zurück. Davon zeigte sich Vogelfreund Karl-Heinz Fricke jedoch überzeugt: "Die kommen sicher wieder!"

Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 12. Juli 2011, Gifhorn Lokales, Seite G05, Foto: Stefan Lohmann