Endlich wieder Leben "in der alten Bude", fand Wasbüttels Bürgermeister Lothar Lau (CDU). Die Alte Schule ist wieder neu, und das wurde gebührend gefeiert.

Wer weiß das heute noch? Als das das älteste Gebäude des Dorfs vor rund 360 Jahren gebaut wurde, sagte das Amt Gifhorn eine Eiche aus dem Barnbruch und "ein paar Fuhren Balken" zu - die sind vermutlich immer noch irgendwo verbaut, aber versteckt hinter Lehmputz, Rigipsplatten und frisch riechender Farbe.
Heino Fründt berichtete den rund 30 Gästen zur kleinen Eröffnungsfeier über die Schulgeschichte des Ortes. Auch, dass die Schüler in jedem Quartal sechs Mariengroschen und "einen Himbten Rogken" mitzubringen hatten - viel später besser Kohle oder Brennholz für den Ofen. Architektin Sigrid Sauß erzählte die ganze Baugeschichte, die sich über mehr als ein Jahr erstreckte. Sie lobte die 15 Firmen, die stets mit Ideenreichtum Lösungen für ungewöhnliche Probleme fanden, und die rund 80 Helfer - "die Wasbütteler sind schnell zu motivieren". Bürgermeister Lau zeigte sich zuversichtlich: "Die Alte Schule wird wieder Mittelpunkt unseres Dorfs."
Nun saßen gestern Ratsmitglieder, Ehrenamtliche des Vereins Dorfleben, Verwaltungsvertreter und Architektin in dem Raum, in dem etwa 300 Jahre lang bis zu acht Klassenstufen gleichzeitig unterrichtet wurde. Und einiges erinnerte gleich wieder an die alte Bestimmung: ein Globus in der Fensterbank sowie eine alte Schultafel, stilecht in Sütterlinschrift beschrieben. "Die Tafel ist echt", sagte Fründt, "aber aus Schleswig Holstein. Wir haben sie über das Internet gefunden."
Abschließend gab es einen Rundgang durchs Haus und eine Spontanfeier für die Helfer. Morgen ab 10 ist Tag der offenen Tür.
Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 27. November 2010, Gifhorn Lokales, Seite G05, Foto: Silberstein