Jugend bleibt fern - Samtgemeinde will regelmäßig Bedarf abfragen, um das Haus eventuell wieder zu öffnen.

 

Die Stühle sind hoch gestellt, der Kühlschrank ist leer, die Bilder fehlen an der Wand. Ab heute ist der Jugendtreff in Wasbüttel offiziell geschlossen - erstmal zumindest.

"Es geht eine Ära zu Ende", sagt Jugendpfleger Thorsten Müller. Rund 15 Jahre ist es her, dass der Treff im Schulgebäude erstmals seine Türen öffnete. Und ja, er gibt auch zu, ein wenig traurig zu sein - "wenn man das mit aufgebaut hat..." Aber Jugendarbeit verändere sich nun einmal.

Einst sei der Treff der am besten besuchte in der ganzen Samtgemeinde gewesen, berichtet Müller stolz - doch zuletzt kam fast niemand mehr (wir berichteten). Dabei hatte die Jugendförderung viel versucht, von Umfrage bis zu speziellen Angeboten - alles erfolglos. "Die Jugendlichen sind vielfach anders eingebunden."

So kam, was kommen musste: "Wir schließen den Treff vorübergehend", sagte Erster Samtgemeinderat Rolf-Otto Fabian nach der jüngsten Sitzung des Samtgemeinde-Ausschusses, "aber nicht endgültig." Soll heißen: Halbjährlich soll weiterhin geprüft werden, ob von Seiten der Jugendlichen nicht wieder Bedarf besteht. Derweil sei die Jugendförderung beauftragt, alternative Angebote für den Ort auszuarbeiten.

"Wir können jederzeit wieder öffnen", versichert Müller. Denn das meiste Inventar außer Musikanlage und Computer verbleiben weiterhin in der etwa 95 Quadratmeter großen Wohnung. Fabian: "Wir werden die Räume erst einmal nicht anders nutzen."

Allerdings wird es kleine Intermezzi geben: Während der Ferienspaßaktion sollen die Schüler wie gehabt auch im ehemaligen Jugendtreff Wasbüttel für diverse Aktionen unterkommen. Die beiden Betreuer des Treffs würden zunächst in Calberlah arbeiten, sagt Müller: "Dort gibt es Vakanzen bis Januar. Danach prüfen wir neue Optionen."

Allerdings räumt Fabian auch ein: "Jahrelang die Räume vorhalten ohne sie zu nutzen, macht auch keinen Sinn." Sprich: Nach einiger Zeit - vielleicht nach zwei bis drei Umfragen - werde die Politik entscheiden müssen, was aus den nun unbelebten ersten Stock des Schulgebäudes werden soll.

Aus der Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 1. Dezember 2010, Gifhorn Lokales, Seite G05, Fotos: Reiner Silberstein