Neuheit in der Gemeinde Wasbüttel und der Samtgemeinde Isenbüttel: ein Jugendparlament

Ein Novum in der kleinen Gemeinde an der Hehlenriede und ebenso in der Samtgemeinde: Seit Montag gibt es in Wasbüttel einen Jugendrat. Parallel zum Rat hat das knapp 2000 Einwohner zählende Dorf ein eigenes Jugend-Parlament.

 

Lothar Lau verpflichtete als Bürgermeister in der ersten öffentlichen Sitzung dieser Jugendeinrichtung nicht nur die neun gewählten Ratsmitglieder, sondern Sara Mislak als Vorsitzende. In geheimer Wahl hatten die Jugendlichen der 15-jährigen Hauptschülerin mit deutlicher Mehrheit (6:3 Stimmen) das Vertrauen ausgesprochen. Bürgermeister Lau: "Sie hat ja schon Erfahrung gesammelt, als sie mit Wasbütteler Jugendlichen den Landtag in Hannover besuchte und dort in einem Laienspiel als Landtags-Präsidentin fungierte."
Zu gleichberechtigten Stellvertretern wurden Marvin Försterling und Tim Glindemann gewählt.

Es waren nicht die einzigen Wahlen an diesem Tage. Michael Müller, als Jugendwart im Männerturnverein des Ortes im Umgang mit jungen Menschen vertraut, wurde von den neun jungen Ratsmitgliedern zum beratenden Mitglied berufen.

Mit der Einrichtung eines Jugendrates soll es möglich werden, dass sich die jungen Menschen aktiv an politischen Entscheidungsprozessen, insbesondere an denen, die sie direkt betreffen, beteiligen. Sie sollen die Möglichkeiten und Grenzen der gemeindlichen Politik und deren Komplexität kennen lernen, heißt es unter anderem in der Zielsetzung. So erklärte es zu Beginn der Sitzung Bürgermeister Lau, als er Dominik Sleziona, Sara Mislak, Tim Glindemann, Marvin Försterling, Kristina Maier, Lousia Rose, Maria Czubba, Alexander Casper und Jule Zieske per Handschlag verpflichtete. Für 24 Monate.

Im Vorfeld hatten sich 13 Jugendliche – fünf Mädchen, acht Jungen – zur Wahl dieses Parlaments gestellt. Von den 204 stimmberechtigten Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren waren 128 zur Wahl gekommen. "Stolze 63 Prozent", wie Lothar Lau anmerkte.

Während der ersten Sitzung wurde auch die Geschäftsordnung diskutiert, die der Gemeinderat unter Stabführung von Gisela Keese-Paulo erarbeitet hatte. Da ging es um Zusammensetzung, Vorstandsbildung, Amtszeit, um die Zusammenarbeit mit dem Rat, ums Budgetrecht und mehr. Sie fand die einmütige Zustimmung des Jugendrates, der sich nach den Schulferien zur nächsten Sitzung zusammen finden will.

Quelle: Gifhorner Rundschau vom 09.07.2003